AK: Neue Tarife bei Zahnersatz nicht "sozial verträglich"

AK rät Konsumenten, schriftliche Kostenvoranschläge einzuholen

Wien (OTS) - Die von der Ärztekammer als sozial verträglich angekündigten Tarife sind nach wie vor weit überhöht, warnen Experten der AK, die die vorgeschlagenen neuen Richttarife unter
die Lupe genommen haben. Vorsicht sei also das oberste Gebot für die Konsumenten. Der Rat der AK-Experten: Schriftlichen Kostenvoranschlag einholen und prüfen lassen. Die AK wird die Gebietskrankenkassen ersuchen, die Überprüfung der Kostenvoranschläge zu übernehmen.****

Die Ärztekammer hat sich selbst eine Kostenreduktion verordnet und diese als sozial verträglich bezeichnet. AK-Experten haben die Angebote der Ärztekammer nachgerechnet. Das Ergebnis: Die als sozial verträglich angekündigten neuen Tarife sind nach wie vor weit überhöht. So soll laut Ärztekammer eine Standardkrone nur mehr 6.200 Schilling kosten. Der Konsument könne sich auf diesen Preis aber nicht verlassen, kritisiert die AK. Dieser Preis
versteht sich exklusive einer 10 prozentigen Schwankungsbreite und allfälliger Nebenkosten wie etwa Anästhesie oder Provisorium. Schöpft der Zahnarzt alle Möglichkeiten aus, kostet die Standardkrone nach wie vor zwischen 8.000 und 9.000 Schilling. Die Ambulatorien würden eine Standardkrone inklusive aller Nebenleistungen um 5.500 Schilling anbieten.

Ähnlich verhält es sich auch bei den anderen Leistungen. Statt bisher 7.400 Schilling für ein Brückenglied soll dieses nur mehr 5.500 Schilling kosten. Die Ambulatorien könnten die selbe
Leistung um 3.200 Schilling erbringen. Bedenkt man, daß die technischen Kosten für diese Leistung bei rund 1.800 Schilling liegen, ist nach Ansicht der AK die Differenz auf den neuen Tarif von 5.500 Schilling weit überhöht. Dies gilt auch bei den gegossenen Stiftzähnen. Hier liegen nach Auskunft privater zahntechnischer Ambulatorien die Entstehungskosten zwischen 300
und 600 Schilling. Die Zahnärzte wollen 2.060 Schilling, die Ambulatorien könnten diese Leistung bereits um 1.000 Schilling anbieten.

Die Experten der AK warnen die Konsumenten davor, sich ohne schriftlichen Kostenvoranschlag einer derartigen Behandlung zu angeblich "sozial verträglichen Tarifen" zu unterziehen. Darüberhinaus sollte der Konsument vor der Behandlung diesen Kostenvoranschlag auf seine Angemessenheit durch die Gebietskrankenkasse prüfen lassen. Denn Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser. Daß Mißtrauen gegenüber den Richttarifen der Ärztekammer angebracht ist, zeigt das Beispiel Deutschland. Dort hat der Gesundheitsminister aufgrund einer Stichprobe
festgestellt, daß 30 Prozent aller Rechnungen über dem Richttarif liegen. Bei Kronen und Brücken liegt dieser Anteil sogar bei 41 Prozent.

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