GÖD/Salzburg: "Unsere Zukunft darf kein Zufall sein!" Aktionstag der Salzburger Ämter des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen

Wien (OTS) - Auf Initiative des Dienststellenausschußvorsitzenden Franz Pilz fand gestern der Aktionstag der Salzburger Ämter des Bundesamtes für Eich- und Vermesssungswesen statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Zunkunftsfragen des öffentlichen Dienstes sowie die Zukunft des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen.

Der Vorsitzende des Landesvorstandes Salzburg der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Prof. Hans Siller, erklärte, daß der öffentliche Dienst zum einen den Stabilitätsfaktor des Staates zum anderen einen erheblichen Faktor am Salzburger Arbeitsmarkt darstelle. Die Aufgaben des öffentlichen Dienstes müßten eine Direktbindung an den Staat aufweisen: nur so sei die Krisenfestigkeit, die Unabhängigkeit sowie die Unbestechlichkeit öffentlicher Einrichtung gewahrt. In diesem Zusammenhang ist die Politik aufgefordert, zu ihrer Verantwortung gegenüber staatlichen Einrichtungen zu stehen. In einer Zeit, wo sich der Wildwuchs des Liberalismus gegen den öffentlichen Dienst richtet, dürfen politisch motivierte Privatisierungen und Ausgliederungen nicht die Folge sein. Der Stellenwert des öffentlichen Dienstes drücke sich auch in seiner Beschäftigtenzahl aus. Rund 25.000 Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst stehen 200.000 Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft gegenüber. Für den öffentlichen Dienst gelte es daher die Zukunft zu gestalten, und nicht die Zukunft durch "Zufälle" zu erleiden.

Kurt Kumhofer, Vorsitzender der Bundessektion Wirtschaftsverwaltung in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, sagte, daß bei Ausgliederungen oder Privatisierungen zuerst die Sinnfrage zu stellen wäre. Das Beispiel des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen hätte gezeigt, daß man durchaus mit inneren Reformen neue Wege gehen könne. Während Mitte der 80iger Jahre die Privatisierung des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen schon beschlossene Sache war, stelle sich heute die Diskussion - auch für den Wirtschaftsminister - nicht. Aus diesem Anlaß forderte Kumhofer alle Dienststellen auf, aus eigener Kraft Reformen durchzuführen und fortzusetzen. Kumhofer legte ein klares Bekenntnis zu Veränderungen im öffentlichen Dienst ab, betonte aber, daß die Anbindung der Leistungen des öffentlichen Dienstes an den Staat gewährleistet sein müßten. Die Reformen müßten vom Verordnungs- zum Dienstleistungsstaat gehen, vom Parteien- zum Kundendenken. Auch die Frage der Globalisierung ist für den öffentlichen Dienst mit großen Herausforderungen verbunden, da immer mehr Dienstleistungen im Ausland abgewickelt werden.

Der Leiter des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen DI August Hochwartner, skizzierte die Ist-Situation des Bundesamtes. Die Personalentwicklung sowie die Personalkosten würden zwar eine deutliche Tendenz nach unten zeigen, Gewinne wären aber aufgrund der Aufgaben des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen auch weiterhin nicht zu erzielen. Grund dafür sei das Bekenntnis zur staatlichen Kernaufgaben, die einfach nicht marktfähig sind. Hätte das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen den Auftrag, gewinnorientiert zu arbeiten, blieben etliche Bereiche unterversorgt. Daß das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen trotzdem äußerst effizient arbeitet, zeigt ein internationaler Vergleich, bei dem Österreich die niedrigsten Kosten aufweisen konnte. DI Hochwartner betonte, daß die Zukunft des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen von einem intensiven "miteinander" abhängig ist. Notwendige Reformen, der Einsatz moderner Technologien und internationales Engagement könntennur gemeinsam - vom Wirtschaftsminister beginnend bishin zu allen Mitarbeitern - getragen und umgesetzt werden. Diese gemeinsame Vorgehen ist der wichtigste Bestandteil der Unternehmenskultur.

Der Leiter der Gruppe Ämter im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Univ. Prof. Dr. jur. Hans W. Kaluza, sagte, daß die Zukunft der Ämter in der Kundenorientiertheit zu finden ist. Der Einsatz modernster Technologien wird den bisherigen Kundenverkehr dahingehend verändern, daß auf Kundenwünsche verstärkt eingegangen werden kann. Die Zukunft der Ämter liege in der komplexen Beratung und im "Verkauf" der Leistungen. Diese objektive Fachkompetenz der Ämter muß intensiver als Serviceleistung an die Bürger herangetragen werden. Dr. Kaluza erklärte, "wenn Arbeitnehmer das wichtigste Kapital der Unternehmen sind, dann sind wir bereits eine Kapitalgesellschaft".

Arbeitskreise

In vier Arbeitskreisen wurden die Wünsche und Vorstellungen der betroffen Mitarbeiter des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen diskutiert. Für den öffentlichen Dienst kam der Wunsch, sich intensiver um das Image der öffentlich Bediensteten anzunehmen. Die Leistungen des öffentlichen Dienstes, seine Produkt- und Dienstleistungspalette seien verstärkt darzustellen. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, daß am Abbau der Bürokratie weitergearbeitet und der Kunde auch als "König" behandelt wird. Intensive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Mitarbeiter sind daher auch weiterhin erforderlich.

Im Bereich der Wirtschaftverwaltung wurde angeregt, gemeinsam und fächerübergreifend zu arbeiten. Diese gemeinsame Arbeit würde über die Benützung gemeinsamer Einrichtungen, wie Schulungsräume, technische Ausstattungen und Bildungseinrichtungen, reichen. Bürgernähe und Kundenorientierung sind genauso notwendig wie ein neues Qualitätsbewußtsein.

Im Bereich des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen wünschten sich die Teilnehmer eine Gesamtleitlinie für den öffentlichen Dienst. Ein verläßliches Konzept der Verwaltung, in dem Richtlinien definiert sind. Als wertvollstes "Kapital" des Bundesamtes wurde das "Gehirnschmalz" der Bediensteten bezeichnet. Durch gezieltes Marketing sollte verstärkt in der Öffentlichkeit aufgetreten werden.

Die Ämter und Dienststellen des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen sind zu Infozentralen auszubauen. Datenerbringung sowie Datenwartung und ein umfangreiches Serviceangebot sollen diese Infozentralen auszeichnen. Es wurde auch angeregt, Termin- und Leistungsvorgaben besser zu koordinieren und die Informationsflüsse zwischen den höhergeordneten Stellen sowie den Bürgern schneller zu gestalten.

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