Österreich erfolgreich bei PHARE-Aufträgen

1996/97 kamen 59 Verträge mit österreichischen Firmen zum Abschluß

Wien (PWK) - Österreichs Unternehmen haben gelernt, mit den zum Teil recht langwierigen Verfahren zur Erlangung von PHARE-Aufträgen zu arbeiten. Nach der von der Europäischen Kommission kürzlich veröffentlichten Statistik betreffend die Vergabe von Projekten aus dem PHARE-Programm hat Österreich vergleichsweise gut abgeschnitten. In den Jahren 1996 und 1997 konnten österreichische Firmen 59 Aufträge im Gesamtwert von rund 355 Mio Schilling erhalten", berichtet Stefan Pistauer von der EU-Außenhandelsstelle der Wirtschaftskammer Österreich in Brüssel. ****

Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 1.259 PHARE-Verträge im Wert von 715 Mio ECU (ca. 9,4 Mrd Schilling) abgeschlossen. Mit 3,8 Prozent am gesamten Auftragswertes liegt Österreich unter allen EU-Mitgliedstaaten laut Statistik an neunter Stelle. "Alteingesessene" und große EU-Staaten liegen im Spitzenfeld. So konnte das Vereinte Königreich 299 PHARE-Verträge abschließen, Deutschland 173 und Frankreich 130. "Vergleicht man die "EU-Neulinge" untereinander, so liegt Österreich vor Schweden und Finnland und konnte sich insgesamt durchaus erfolgreich schlagen", erklärt Pistauer. "Österreich konnte in der PHARE-Auftrags-Akquisition vor allem seine vorteilhafte geographische Lage in Mitteleuropa geschickt nutzen".

Interessant ist auch die Verteilung der Vertragsabschlüsse auf die verschiedenen mittel- und osteuropäischen Staaten. Zahlenmäßig und vom Auftragswert her wurden die meisten Projekte an polnische Unternehmen abgegeben. Dies entspricht 401 Verträgen im Wert von 166 Mio ECU. Weiters folgen Tschechien (287 Projekte/70,8 Mio ECU), Ungarn (182 Aufträge/69,4 Mio ECU) und die Slowakische Republik (108 Aufträge/14 Mio ECU). Das einzige Land, mit dem kein Vertrag abgeschlossen wurde, ist Albanien; Mazedonien erhielt nur einen Zuschlag. Die übrigen EU-Beitrittskandidaten wickelten im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Projekte ab.

Das PHARE-Programm wird im Zuge des EU-Beitrittsprozesses
für die mittel- und osteuropäischen Staaten das wichtigste Finanzierungsinstrument. Diesbezüglich wird das PHARE-Programm derzeit auch in weiten Teilen umorganisiert und neu gestaltet. Es soll sich vor allem in Richtung "beitrittsorientiertes" Programm verändern. Die Prioritäten ergeben sich aus den sogenannten Beitrittspartnerschaften. Es wird eine begrenzte Anzahl von

Prioritäten, jedoch mit größerem Projektumfang geben. Veränderungen

bei der Programmverwaltung sollen Effizienz, Effektivität und Transparenz verbessern.

Die künftigen Hauptziele von PHARE sind die Unterstützung beim Aufbau von Institutionen und die Förderung von Investitionen, die helfen sollen, sektorielle, regionale und strukturelle Ungleichgewichte auszugleichen. 30 Prozent der PHARE-Mittel sind für

den Aufbau von Institutionen vorgesehen und 70 Prozent gehen in die

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
AW-Referat Europa IV
Tel. 50105 DW 4413Dr. Ernst Huber

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK