Tumpel: Ärger über Unterbrechung bei Verhandlungen zur ASVG- Novelle

AK Präsident kritisiert ÖVP und Ärztekammer

Wien (OTS) - Ein großes Ärgernis ist für AK Präsident Herbert Tumpel die Unterbrechung der Verhandlungen über die ASVG-Novelle
im heutigen Sozialausschuß. Die jetzt vorliegende Selbstverpflichtung der Ärztekammer sei ein "Eingeständnis, daß Zahnkronen bisher zu teuer waren - aber die angebotenen Preise
sind immer noch zu hoch". Dürften die Ambulatorien zu den von
ihnen genannten Kosten festsitzenden Zahnersatz anfertigen und hätte die Ärztekammer die Verhandlungen nicht zum Scheitern gebracht, könnten wir den Patienten faire Preise zusagen. Das aber hätten Ärztekammer und ÖVP verhindert, kritisiert Tumpel. Der AK Präsident fordert die Fortführung der Verhandlungen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, sollten jedenfalls die Ambulatorien auch festsitzenden Zahnersatz anbieten dürfen. ****

Tumpel wirft den Vertretern der Ärzte mangelnde Bereitschaft zum Abschluß eines Vertrages vor. Kritik übt der AK Präsident auch an der ÖVP: Diese hätte wenig politische Verantwortung und Gestaltungswillen gezeigt und bisher blockiert, daß Zahnkronen
auch in Ambulatorien angefertigt werden dürfen. Damit seien bisher faire Preise, die sich mit Deutschland und Italien vergleichen lassen, verhindert worden. Daß die Ärztekammer nun neue Richtpreise erlassen wolle, wertet Tumpel als Eingeständnis, daß bisher zu viel verlangt wurde. Die neuen Sätze seien jedoch immer noch zu hoch, die Ambulatorien hätten niedrigere Preise angeboten.

Ein Vertreter der Ärzteschaft habe zwar über die Medien "sein Ehrenwort" über die Ernsthaftigkeit der Verhandlungsführung abgegeben, in der Realität sei es aber anders gelaufen. Daß die Verhandlungen über einen Gesamtvertrag zwischen Hauptverband und Ärztekammer gescheitert seien, liege allein in der mangelnden Bereitschaft der Ärztevertreter, kritisiert Tumpel. Der Hauptverband sei in den Verhandlungen in hohem Maße der Ärzteschaft entgegenkommen. Dies habe er etwa bei der Tarifgestaltung, beim Stellenplan und beim Ambulatoriumsübereinkommen signalisiert.

Kritik übt der AK Präsident auch an der ÖVP-Linie. Klar sei, daß der Gesetzgeber keine Entscheidung über die Tarife hätte treffen können. Aber in der Frage des Leistungskatalogs für die Ambulatorien hätte sich Tumpel eine Entscheidung durch den Gesetzgeber erwartet, dies sei aber an der Haltung der ÖVP gescheitert. Zum Handkuß kämen jedenfalls die Patienten und Konsumenten. Sollte es zu keiner Einigung kommen müsse trotzdem
den Ambulatorien die Herstellung festsitzenden Zahnersatzes ermöglicht werden, so Tumpel.

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