Ärztekammer fordert Sozialkrone als Kassenleistung (4) Westermayer: Gewerkschaft betreibt primär Machtpolitik - Krankenkassen wollen "Sozialkrone" nur sekundär

Wien (OTS) - Nach dem Scheitern der ASVG-Novelle im parlamentarischen Sozialausschuß forderte Zahnärztechef DDr. Hannes Westermayer Dienstag die Standardkrone als Pflichtleistung der Krankenkassen. Damit würden den Patienten überhaupt keine Kosten bei diesem festen Zahnersatz mehr entstehen. "Entweder diese Leistung ist notwendig, dann müssen sie die Kassen zahlen. Ist sie aber nicht notwendig, dann besteht kein Anlaß, die staatsnahen Ambulatorien für Privatleistungen zu öffnen", so Westermayer. Für die sozialverträglichen Preise habe die Österreichische Ärztekammer gesorgt, indem sie jetzt neue, stark reduzierte Richttarife erlassen habe.

Westermayer versteht die Vorgangsweise der Sozialversicherungen nicht. Der Zahnärztechef: "Zuerst wollen sie angeblich den billigen Zahnersatz, den die Österreichische Ärztekammer mit ihrem neuen Richttarif verbindlich zusagt. Dann beauftragt uns die Regierung, zusätzlich über die Öffnung der Ambulatorien bis Ende des Jahreseinen Vertrag zu verhandeln. Jetzt wollen das die Gewerkschaften über ein Gesetz erzwingen, obwohl sie ihren vereinbarten Beitrag zur billigen Krone nicht geleistet haben." Der vom Hauptverband vorgelegte Entwurf sei in allen für die Patienten und Ärzte wichtigen Belangen "diffus, unverbindlich und vage". "Welcher Gläubiger begnügt sich denn mit einer lapidaren Zusage des Schuldners, irgendwann seinen Verpflichtungen nachzukommen?", erläuterte der oberste Zahnarzt.

Den Zahnärzten gehe es um die Sicherung einer adäquaten Zahnversorgung der Bevölkerung. Das funktioniere nur durch ein dichtes Netz von frei niedergelassenen Zahnärzten in ganz Österreich. Die privatmedizinischen Ambitionen der Kassenambulatorien sind laut Westermayer "vom Geiste der Verstaatlichung und des gewerkschaftlichen Machtgewinns" getragen. "Sie gefährden die flächendeckende Betreuung durch niedergelassene Zahnärzte", so Westermayer.

Wenn die Krone für die Krankenkassen wichtig sei, so könne sichder Hauptverband nicht "mit fadenscheinigen Ablenkungsmanövern aus seiner Verantwortung und Verpflichtung schleichen", meint der oberste Zahnarzt und: "Ich rufe den Hauptverband auf, den standardisierten Zahnersatz zu einer Pflichtleistung zu erklären. Damit ist allen Österreichern gedient, und nicht nur den fünf Prozent, die in ein Ambulatorium gehen." (Forts. mögl.)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer,
Tel. Nr. 01/512 44 86.

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE/OTS