Ärztekammer bedauert Scheitern der ASVG-Novelle 1 Brettenthaler: Gewerkschaft will Bevölkerung in Geiselhaft nehmen -Ärztekammer erläßt im Alleingang sozialverträgliche Tarife für standardisierten festen Zahnersatz

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) bedauertDienstag in einer Aussendung das Scheitern der Bemühungen um dieASVG-Novelle und übt scharfe Kritik an der Vorgangsweise derGewerkschaft. Der geschäftsführende ÖÄK-Vizepräsident, Dr. Reiner Brettenthaler, spricht in diesem Zusammenhang von einem"demaskierenden Rollenspiel einiger gewerkschaftsnaher Parlamentarier,die mit eigenartigen Methoden den Nationalrat, die Bevölkerung und die Ärzte in Geiselhaft nehmen" wollten. Mit der Blockade der ASVG-Novelleseien sie auch der eigenen Gesundheitsministerin in den Rückengefallen, deren Entwurf sie verworfen hätten. Die Österreichische Ärztekammer werde nun allein für sozialverträgliche Kosten beifestsitzendem Zahnersatz sorgen, um auch einkommensschwächerenBevölkerungsschichten flächendeckend zu einer zeitgemäßenmedizinischen Versorgung durch niedergelassene Zahnärzte zu verhelfen. "So stellen wir billige Zahnkronen für 95 Prozent der Bevölkerungsicher", meinte der ÖÄK-Vizepräsident.

In der Ambulatoriumsfrage ist die ÖÄK laut Brettenthaler nach wievor gesprächsbereit, soferne man sich an den Verhandlungsauftrag derBundesregierung halte, die bekanntlich eine Lösung über einen Gesamtvertrag bis zum Ende dieses Jahres anstrebt. Der ÖÄK-Vize:"Freilich hat sich das Gesprächsklima mit den Funktionären desHauptverbandes nicht gerade verbessert. Ich vermisse die alten Tugenden der Handschlagqualität schmerzlich, wenn versucht wird, mittelsunsachlicher Junktimierungen den Verhandlungspartner über den Tisch zuziehen." Von einigen SP-Abgeordneten war jüngst eine Lösung in der Frage der landärztlichen Hausapotheken von einer Zustimmung zurErweiterung der Kassenambulatorien abhängig gemacht worden.

"Die Krankenkassen wollten in intriganter Manier ihre Machtpositionüber Österreichs Patienten durch die Hintertüre ausbauen. Sieverstehen einfach nicht, daß es nicht darum geht, einigen wenigen einen privilegierten Zugang zum Gesundheitssystem zu schaffen", soBrettenthaler. Es sei daher betrüblich, daß sich diegewerkschaftsdominierte Sozialversicherung nicht dazu durchringenkönne, allen Patienten einen angemessenen Zuschuß zu festem Zahnersatz zu leisten. Brettenthaler: "Mit den zunehmenden Mißerfolgender Gewerkschaft bei Arbeitsmarkt- und Lohnpolitik setzt sich einmarxistischer Fundamentalismus durch, der über Nebenfronten in das demokratische System der sozialen Marktwirtschaft eingeschleust werdensoll. Motto: Wenn wir schon Mitglieder verlieren, muß man sich dieMacht andersherum sichern", meinte Brettenthaler. (Fortsetzung)

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