Österreichische "Firmengründerwelle" in Kroatien

Bilaterales Handelsvolumen auf Rekordhöhe von 13 Mrd S - Exportmarkt Kroatien überholt Japan und Rußland

Wien (PWK) - Für den österreichisch-kroatischen Außenhandel, der seit der Unabhängigkeit Kroatiens rasant zunimmt, war 1997 ein Rekordjahr, meldet Handelsdelegierter Günther Mühlberger aus Zagreb. Die österreichischen Exporte stiegen um 67 Prozent (eine der höchsten Zuwachsraten in ganz Europa) auf über zehn Mrd S an. Damit hat Kroatien in der Weltrangliste unserer Exportmärkte wesentlich größere und traditionell wichtigere Handelspartner wie Japan, Rußland, Schweden und die Slowakei überholt. Die Importe aus Kroatien nahmen um 20 Prozent zu und erreichten drei Mrd S. ****

Seit 1993 sind Österreichs Kroatien-Exporte auf das Fünffache gestiegen, die Importe auf das Dreifache. Die hohe Exportdynamik ist besonders bemerkenswert, weil es - aus Finanzierungsgründen - kaum Beteiligungen heimischer Firmen an kroatischen Projekten gibt, betont Mühlberger.

Für 1998 erwartet der Handelsdelegierte eine schwächere Entwicklung der österreichischen Exporte (im ersten Quartal war ein sechsprozentiger Rückgang festzustellen). Kroatien werde aber nach wie vor ein wichtiger und expandierender Markt für Österreich bleiben, umso mehr als die kroatische Wirtschaft erstmals seit dem Krieg Anzeichen von Erholung zeigt. 1997 erreichten das Bruttoinlandsprodukt und das Industriewachstum wieder Vorkriegswerte. Auch der Fremdenverkehr brachte gute Resultate.

Österreich liefert nach Kroatien eine breite Produktpalette, die von Maschinen, Nachrichtengeräten, Papier und Pappe, Kunststoffwaren, Textilien und Bauholz bis zu Nahrungsmitteln und Getränken (Bier, Fruchtsäfte) reicht. Bei den Importen stehen Schuhe, Bekleidung (Lohnfertigung), elektrische Maschinen und Holz an der Spitze.

Für Kroatien ist Österreich nicht nur einer der wichtigsten Handelspartner (als Lieferland auf Platz vier, als Absatzmarkt auf Platz fünf), sondern auch einer der größten Investoren (an dritter Stelle nach Deutschland und Italien). Die österreichischen Investitionen liegen bei zwei Milliarden Schilling - das sind 16 Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen in Kroatien.

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Mag. Bruno Freytag

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