Bartenstein: Stromerzeugung aus Sonnenenergie als Zukunftsmarkt

Eine Million neue Photovoltaikanlagen als EU-Ziel - Zwischen 33.000 und 80.000 neue Jobs bis zum Jahr 2010

Wien (OTS) - Die Anlagenkapazität zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie hat sich in Österreich in den vergangenen zwei
Jahren versiebenfacht. Mit jährlichen Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent weltweit ist die Photovoltaik ein nachhaltiger und umweltgerechter Beitrag, um die Zahl der Menschen ohne Elektrizitätsversorgung zu verringern. Zur Zeit müssen rund 2 Milliarden Menschen ohne Elektrizität auskommen. Das erklärte Umweltminister Dr. Martin Bartenstein heute, Montag, bei der Photovoltaik-Weltkonferenz in Wien.

1997 hat sich in Österreich die Gesamtleistung der
installierten Photovoltaik-Anlagen um 469 auf 2.208 Kilowatt erhöht. Das bedeutet eine Steigerung um 24 Prozent gegenüber 1996. "Nimmt man den weltweiten Trend als Maßstab, dann ist die Entwicklung der Photovoltaikindustrie ohne weiteres mit dem Boom
der Computertechnik in den siebziger Jahren vergleichbar", sagte Bartenstein. 1995 waren weltweit Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 66,3 Megawatt installiert, 60 Prozent davon in Asien, Afrika und Ozeanien.

Im jüngst erfolgten Beschluß der EU, die Kriterien der Nachhaltigkeit in alle gemeinschaftlichen Politikfelder einzugliedern, sieht Bartenstein eine große Zukunftschance für die erneuerbaren Energieträger. "Die EU hat sich vorgenommen, den Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtenergieeinsatz in den kommenden 12 Jahren von sechs auf 12 Prozent zu verdoppeln", zitierte der Minister aus dem EU-Energieweißbuch. Das Investitionsprogramm, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll, enthält unter anderem folgende Ziele: je 10.000 Megawatt Leistung aus großen Windparks und Biomasseanlagen, 100 komplett aus erneuerbaren Quellen versorgte Gemeinden bzw. Regionen sowie eine Million Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtkapazität von einem Gigawatt und einer Gesamtfläche von rund 10 Quadratkilometern.

Je 500.000 dieser Anlagen sollen in der EU und in Entwicklungsländern in Betrieb gehen. Schätzungen gehen davon aus, daß mit der Installierung von 1 Gigawatt Leistung aus Photovoltaik die Schaffung von 33.000 bis 80.000 neuen Arbeitsplätzen einhergeht.

Umgelegt auf die derzeitige Kostenentwicklung müßte photovoltaisch erzeugter Strom in rund 20 Jahren dem konventionell erzeugten Haushaltsstrom preislich ebenbürtig sein, sagte Bartenstein. Derzeit sinken die Systemkosten jährlich um fünf bis 10 Prozent. 1996 lagen die durchschnittlichen Gestehungskosten für Photovoltaikanlagen noch bei 11 Schilling pro Kilowattstunde, bei einer Fortsetzung des derzeitigen Kostentrends sei im Jahr 2010
ein Preis von 3,7 Schilling zu erwarten.

Die Integration der Nachhaltigkeit in die gesamte EU-Politik bedeute auch einen besonderen Auftrag für die nationale Umweltpolitik, betonte Bartenstein. Österreich sei das erste EU-Vorsitzland, das mit dieser neuen Ausrichtung der
gemeinschaftlichen Politik konfrontiert sei. "Die Nutzung der erneuerbaren Energieträger und die Steigerung der Energieeffizienz sind daher die Hauptthemen beim informellen EU-Umweltministerrat, der vom 17. bis 19. Juli in Graz stattfindet", kündigte
Bartenstein an.

(Schluß)

Rückfragen & Kontakt:

Jugend & Familie
Dr. Ingrid Nemec
Tel.: (01) 515 22 DW 5051

Bundesministerium für Umwelt

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMU/OTS