Greenpeace fordert Ausstieg aus IAEO-Mochovce-Gesprächen

Weitere Konsequenzen aus Mochovce Inbetriebnahme: Importverbot für Strom aus Slowakei, kein EU-Beitritt bei Mochovce-Betrieb, mit voller Kraft gegen Bohunice

Wien/Bratislava (OTS) - Konkrete Konsequenzen aus der gestern erfolgten Inbetriebnahme des ersten Reaktors des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce fordert Greenpeace heute. Die österreichische Bundesregierung muß sofort aus den Gesprächen mit der Slowakei unter der Ägide der IAEO aussteigen. "Es ist eine grobe Verletzung diplomatischer Gepflogenheiten,parallel zu Vermittlungsgesprächen Mochovce ans Netz zu bringen. Die slowakische Regierung hat ihr wahres Gesicht gezeigt und war nur darauf aus, die Mitglieder der internationalen Expertenkommission zu diskreditieren.", sagt Greenpeace-Sprecher Alexander Egit. Die IAEO wurde in die Gespräche zwischen der slowakischen und der österreichischen Regierung eingeschaltet, um durch gemeinsam bestimmte Experten offene Sicherheitsfragen zu klären. Die Slowakei wollte dabei kein einziges Mitglied des internationalen Expertenteams um Wolfgang Kromp akzeptieren. So lehnte die slowakische Seite den führenden Atomwissenschafter Norbert Meyer ab. "Es handelte sich von Anfang an um ein abgekartetes Spiel zwischen der Slowakei und der IAEO. Sollte die österreichische Regierung nicht sofort aus den Gesprächen aussteigen, dann ist dies als Verrat an der internationalen Expertenkommission zu bewerten.", sagt Egit.

Als weitere Konsequenz fordert Greenpeace eine eindeutige Klarstellung, ob die von Ministerin Barbara Prammer vergangenen Freitag angekündigte Unvereinbarkeit eines EU-Beitritts mit unsicheren Atomkraftwerken auf Mochovce zu beziehen ist. Darüber hinaus muß mit voller Kraft für die Schließung der beiden Hochrisikoreaktoren von Bohunice gearbeitet werden. Greenpeace fordert auch ein Importverbot von Strom aus der Slowakei nach Österreich.

Als realitätsfern kritisierte Greenpeace Behauptungen slowakischer Mochovce-Betreiber, daß Mochovce für mindestens 30 Jahre günstigen Strom liefern wird. "Die notwendigen sicherheitstechnischen Nachrüstungen, vor allem der Austausch des Reaktordruckbehälters, werden zu einer Kostenexplosion führen.", so Egit weiter. Da die Leistung des Reaktors jetzt schrittweise bis zum Vollbetrieb gesteigert werden soll, . erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erheblich. "Mochovce ist von Meciar aus politischen Motiven überhastet ans Netz gebracht worden, ohne daß die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Es muß ihm jetzt die Rechnung dafür präsentiert werden.", fordert Alexander Egit.

Weitere Informationen: Bettina Tasser, Greenpeace Österreich, 0664-240 70 75

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