Industrie: Telefonkosten werden deutlich sinken

28 Prozent der Industrieunternehmen nutzen alternative Telekom-Anbieter

Wien (PWK) - Mit Beginn dieses Jahres ist die Liberalisierung der Telekommunikation in Österreich in Kraft. Seither sind auch im Festnetz neue Anbieter in den Markt eingetreten. Die Bundessektion Industrie hat gemeinsam mit Arthur D. Little International GmbH bei ihren Mitgliedsfirmen eine Umfrage durchgeführt, um die Kundenzufriedenheit festzustellen und gleichzeitig die Erwartungen an den freien Telekom-Markt auszuloten. ****

Dr. Heinz Kessler, Obmann der Bundessektion Industrie, betonte bei der Präsentation der Umfrageergebnisse am Freitag die Bedeutung der Liberalisierung der regulierten Märkte. "Wenngleich die Erfahrungen mit Wettbewerb im Festnetzbereich der Telekommunikation noch nicht sehr intensiv sein können, herrscht enorme Bewegung. Die Liberali-sierung wird ohne Zweifel zu einer Qualitätsverbesserung des Industriestandorts Österreich führen".

"Neben der Höhe der Arbeitskosten gibt es im Bereich der Infrastruktur noch die größten Ansatzpunkte", sagte Kessler. Die Kosten für leitungsgebundene Energien, wie Gas und Strom, müssen in Österreich ebenso rasch dem europäischen Niveau angepaßt werden, wie die Telekom-Kosten der Industrie. Gerade export- und wertschöp-fungsintensive Industriebranchen und Firmen im sogenannten Hochtechnologiebereich sind von einer leistungsfähigen und preisgünstigen Datenkommunikation essentiell abhängig. Der Wettbewerb muß hier zu einer deutlichen Verbesserung des Preis/Leistungsverhältnisses führen. Dies ist auch die Erwartung der Industriekunden als Ergebnis der Umfrage. "Sie erhoffen aus der Liberalisierung ein Sinken der Telefonkosten um bis zu 30 Prozent", verwies Kessler auf die Ergebnisse der Umfrage.

Die Auswertung hat auch gezeigt, daß ein wesentlicher Marktdruck von den größeren Industriebetrieben ausgeht und daß diese für den Rest der Wirtschaft die Speerspitze zur Durchsetzung der höheren Effizienz infrastruktureller Liberalisierungen im Rahmen des neuen Wettbewerbs bilden können. Dies zeigt einmal mehr, daß die Industrie der Motor der Wirtschaft ist.

"Der Vormarsch alternativer Telekom-Anbieter geht rascher als erwartet vor sich. Bereits 28 Prozent der österreichischen Industrieunternehmen nützen die Dienste alternativer Telekom-Anbieter. Nur noch 81 Prozent der österreichischen Industrieunternehmen wickeln ihre Auslandstelefonate über die Post & Telekom ab", präsentiert Dr. Georg Serentschy, Telekom-Experte bei Arthur D. Little, das Ergebnis der ersten umfassenden Umfrage zu den Auswirkungen der Liberalisierung des Telefonmarkts auf die österreichische Industrie.

Nach der Umfrage - es beteiligten sich 714 Industrieunternehmen -nützen größere Unternehmen alternative Telekom-Anbieter intensiver als kleine, sie sind auch besser informiert und erwarten für die Zukunft einen stärkeren Preisverfall bei Telekomdienstleistungen. Insbesondere in der Auslandstelefonie sind die Alternativanbieter im Vormarsch: 15 Prozent der österreichischen Industrieunternehmen telefonieren - zusätzlich zur Post & Telekom oder ausschließlich -über alternative Netzbetreiber, weitere 13 Prozent über Call-Back-Services oder Service-Provider. Mit dem gegenwärtigen Angebot an Telefondienstleistungen ist die Industrie überwiegend nicht zufrieden: Vor allem Abrechnungstransparenz und Preis/Leistungsverhältnis werden kritisiert.

Die alternativen Telekom-Anbieter sind jedenfalls aus der Sicht von Industrieunternehmen schon sehr aktiv: 60 Prozent der Industriebetriebe wurden bereits von alternativen Anbietern kontaktiert, für 84 Prozent kommt ein Wechsel zu alternativen Telekom-Anbietern in Frage. Als Hauptkriterien für einen allfälligen Wechsel werden Preis/Leistungsverhältnis, Servicequalität und Verfügbarkeit sowie - in geringerem Umfang - neue Produkte und Dienstleistungen genannt.

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Bundessektion Industrie
Dr. Wolgang Damianisch
Tel: 01-50105-3420

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