NÖ Abfallwirtschaftsbericht 1997

Abfallvermeidung bleibt oberstes Ziel

St.Pölten (NLK) - Die neuesten Daten zum NÖ Abfallwirtschaftsbericht 1997 zeigen, daß sich der Trend der letzten Jahre fortsetzt und die Abfallmengen weiter steigen. Die Restmüllmenge stieg gegenüber 1996 um 2,7 Prozent auf 196.239 Megagramm (= Tonnen) an, bei den getrennt gesammelten Altstoffen betrug der Anstieg 8,1 Prozent pro Einwohner und Jahr. Das gesamte Abfallaufkommen betrug 539.847 Megagramm, das ist ein Plus von 5,7 Prozent.

Damit wird deutlich, daß die Abfalltrennung zwar immer besser funktioniert und immer mehr Altstoffe getrennt erfaßt und wiederverwertet werden, der Restmüllberg aber immer größer wird. Für den Leiter der zuständigen Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung im Amt der NÖ Landesregierung, Hofrat Dr. Harald Hofmann, folgt daraus, daß zuallererst die Bemühungen um die Abfallvermeidung verstärkt werden müssen. "Da leider Abfallvermeidung vielfach noch immer mit Verlust an Lebensqualität gleichgesetzt wird, hat die NÖ Landesregierung gemeinsam mit den Abfallverbänden in den letzten Jahren sehr erfolgreich die
Kampagne ,Sei g’scheit, vermeid!' durchgeführt. Diese Kampagne wird fortgesetzt und intensiviert werden", so Hofmann. Ein zweiter wesentlicher Schritt für eine integrierte Abfallwirtschaft ist
eine geordnete Restmüllbehandlung. Dafür haben der NÖ Landtag und die NÖ Landesregierung mit ihren Beschlüssen zur Müllverbrennung bereits die Weichen gestellt.

Zum Beschreiten neuer Wege im Bereich der Abfallvermeidung
wurde eine Studie beauftragt, die die Chancen von immateriellem Konsum untersuchen soll. "Nicht jedes Geschenk muß ein großes, kunstvoll in Folie eingewickeltes Packerl sein, man kann auch
Zeit, gemeinsame Aktivitäten und Gutscheine schenken. Auch das Motto ‘Nutzen statt besitzen’ soll in Niederösterreich mit Leben erfüllt werden. Pfand-, Leih- und Mietsysteme müssen an Bedeutung gewinnen. Auch wenn es heute in finanzieller Hinsicht der Großteil der Menschen nicht mehr nötig hat, etwas auszuleihen, und es sich leisten kann, ein Produkt zu kaufen, sollte hier die ökologisch bessere Lösung gewählt werden", so Hofmann abschließend.

Der NÖ Abfallwirtschaftsbericht 1997, der in nächster Zeit fertiggestellt wird, bietet eine Fülle an Daten über alle Abfallströme aus Haushalten des vergangenen Jahres. Daraus sind auch viele Details ersichtlich, so sind etwa die Auswirkungen des Hochwassers im vergangenen Jahr deutlich an der Sperrmüllmenge abzulesen. Im Bezirk Lilienfeld stieg die Sperrmüllmenge zum Beispiel um 191,7 Prozent an.

Nähere Informationen zum NÖ Abfallwirtschaftsbericht 1997 erhält man bei der Abteilung Umweltwirtschaft und Raumordnungsförderung
im Amt der NÖ Landesregierung unter der Nummer des Abfall- und Komposttelefons: 02742/200/5214.

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Tel.: 02742/200/2312

Niederösterreichische Landesregierung

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