Gewerbe und Handwerk: Stabile Auftragslage und bessere Umsätze

Unternehmen signalisieren eine Fortsetzung der Konjunktur- erholung im 3. Quartal

Wien (PWK) - Mit dem Gewerbe und Handwerk geht es langsam aber stetig bergauf. Die gute Exportkonjunktur beginnt sich zunehmend auch positiv auf die Klein- und Mittelbetriebe auszuwirken, heißt es in einem Bericht des Instituts für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG). Demnach haben sich die Auftragsbestände in den investitionsgüternahen Branchen im 2. Quartal 1998 stabilisiert und die Umsätze im konsumnahen Sektor verbessert. ****

Positiv entwickelt haben sich im 2. Quartal 1998 die Branchen Druck, Schlosser, Werbung und Marktkommunikation sowie die Zimmermeister. Schlechter als im Vorjahr lief es im Baugewerbe, bei den Dachdeckern, den Malern und den Elektrotechnikern. Insgesamt sind die Auftragsbestände in den investitionsgüternahen Branchen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Die stärksten Rückgänge gab es in der Steiermark (-16 Prozent), im Burgenland (-14 Prozent) und in Tirol (-7 Prozent). Während die Auftragsbestände in Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und Kärnten auf dem Vorjahresniveau stagnierten, stiegen sie in Vorarlberg und Salzburg um sechs bis sieben Prozent an. Geringfügig gestiegen ist erstmals seit langem auch wieder der Anteil der öffentlichen Aufträge von 14,9 Prozent auf 15,4 Prozent. Allerdings sind sie noch weit vom Niveau Anfang der 90er Jahre (ca. 20 Prozent) entfernt.

Angesichts einer längeren Periode der Konjunkturschwäche sei es nicht untypisch, daß sich eine Erholung kaum auf die absolute Höhe der Auftragsbestände auswirkt, heißt es im Bericht des IfG. Der stabile Auftragsbestand auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres sei eher eine Folge des Auftragsverhaltens der Kunden. Je eher man damit rechnen kann, daß Kapazitäten frei sind und der Auftrag rasch erledigt werden kann, desto kurzfristiger werden die Aufträge vergeben.

Der private Konsum kommt nach zwei Sparpaketen nur langsam wieder in Schwung. So hat sich die Umsatzentwicklung in den konsumnahen Branchen gegenüber dem Vorjahr zwar weiter verbessert, ist aber immer noch im negativen Bereich. In den meisten Betrieben sind die Umsätze gleich geblieben (70 Prozent), während 21 Prozent der Betriebe sinkende und lediglich neun Prozent steigende Umsätze melden. Der Anteil der Betriebe mit sinkenden Umsätzen hat sich von einem Drittel auf ein Viertel reduziert. Vor allem in den Sektoren Metall/Elektro, Textil/Bekleidung und persönliche Dienstleistungen waren die stärksten Veränderungen spürbar. Deutlich schwächer war die Erholung im Sektor Nahrung/Genußmittel.

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