EU-Ratsvorsitz: WKÖ für besondere Beachtung der KMU-Interessen

Schwerpunktthemen: Beschäftigung, EU-Erweiterung, Steuern - Maderthaner will europäische Sozialpartnerschaft stärken

Wien (PWK) - Heute übernimmt Österreich für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Obwohl die Hauptlast der Arbeit bei der österreichischen Bundesregierung liegt, kommt in dieser Periode auch auf die Wirtschaftskammer Österreich als Interessenvertretung der österreichischen Wirtschaft eine Fülle von Aufgaben zu. "Wir werden uns als Beispiel eines verantwortungsbewußten Sozialpartners präsentieren und im europäischen Rechtsetzungsprozeß die Interessen unserer Mitglieder wirksam zu vertreten suchen", erklärt der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Leopold Maderthaner. ****

Die WKÖ wisse um die Notwendigkeit der unparteiischen Vorsitzführung in der EU. Trotzdem dürfen die Interessen der heimischen Wirtschaft - sei es unter der Präsidentschaft Österreichs oder irgendeines anderen Staates - nicht zu kurz kommen, stellt Maderthaner klar. "So wollen wir uns vor allem für eine effiziente Beschäftigungspolitik einsetzen, die ja in erster Linie Wirtschaftspolitik bedeutet". Laut neuester Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik wünschen sich 93 Prozent der ÖsterreicherInnen, daß sich unser Land während seines EU-Vorsitzes besonders für die Beschäftigungspolitik einsetzt. "Dabei muß im speziellen auf die Interessen der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) eingegangen werden, denn gerade diese sichern die bestehenden und schaffen neue Arbeitsplätze", so der WKÖ-Präsident.

Als weiteren wichtigen Bereich, in dem sich die Wirtschaftskammer für ihre Mitgliedsfirmen auf EU-Ebene stark machen will, nennt Maderthaner die Osterweiterung. "Wir sind für eine Aufnahme weiterer europäischer Staaten in die EU, sofern die in Kopenhagen festgelegten Beitrittsanforderungen erfüllt sind. Die besondere Lage Österreichs muß jedoch berücksichtigt und die Wirtschaft in den vielen Grenzregionen durch begleitende Maßnahmen unterstützt und vor Wettbewerbsverzerrungen geschützt werden".

Ebenso werde die WKÖ auf weitere Harmonisierungsschritte in der EU drängen, die einen fairen internationalen Wettbewerb erst möglich machen. "Dies gilt natürlich für die Steuerseite, aber genauso für die Sektoren Umwelt und Verkehr", erklärt Maderthaner.

Ein großes Anliegen sei es auch, den "Europäischen Sozialen Dialog" weiterzuentwickeln, wobei die Aufnahme einer repräsentativen Vertretung der KMUs und damit der Wirtschaftskammer Österreich in dieses Beratungsgremium dringend gefordert ist. Die WKÖ, die während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft zahlreiche Veranstaltungen wie "Integriertes Qualitätsmanagement im Tourismus", "KMU in der Wachstumsphase", "Europäisches Sozialmodell: Sozialer Dialog", etc. zusammen mit Regierungsstellen, Sozialpartnern und EU-Institutionen organisiert, ist sich dabei ihrer Vorbildwirkung bewußt.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftkammer Österreich
Abteilung für Integrations-
und Handelspolitik
Tel. 50105 DW 4198

Dr. Wolfgang Entmayr

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK