Prof. Bartoszewski zu Besuch in St.Pölten

Polnische Senatsdelegation erörtert EU-Osterweiterung

St.Pölten (NLK) - Unter der Leitung des Vorsitzenden des Außenpolitischen Ausschusses, Prof. Wladyslaw Bartoszewski, besuchte gestern eine Delegation polnischer Senatoren St.Pölten,
um hier mit Abgeordneten aller im Landtag vertretenen Parteien Fragen der EU-Osterweiterung zu erörtern.

Die Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Landtag, Abgeordnete Dorothea Schittenhelm, begrüßte im Auftrag des Landeshauptmannes die Gäste aus Polen und faßte dabei die im Landtag geführten Diskussionen dahingehend zusammen, daß sich Niederösterreich unabdingbar zu einem größeren Europa bekenne und zur EU-Osterweiterung stehe. Aus Rücksicht auf die heimische Wirtschaft und aus Sorge um die Landwirtschaft sowie die Klein- und Mittelbetriebe müsse die Erweiterung aber von beiden Seiten gewissenhaft vorbereitet werden.

Prof. Bartoszewski, von 1990 bis 1995 Botschafter der Republik Polen in Österreich, zitierte in seinem Referat eine Aussage von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll aus der Zeit vor Österreichs EU-Beitritt, ein Ja zu Europa sei ein Ja zu Frieden, Wohlstand, Sicherheit und Umweltschutz, und nahm dieselbe Position auch für sein Land in Anspruch. Er verstehe aber durchaus Niederösterreichs Sorgen und die Ängste seiner Bevölkerung im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung.

Auch in Polen hätten die Bauern Sorge bezüglich des Wettbewerbes, fürchte man beispielsweise die Liquidation von Arbeitsplätzen in der Stahlindustrie. Ein massenweises Abwandern niedrigqualifizierter Arbeitskräfte aus Polen sei nicht zu befürchten, vielmehr fürchte man in seinem Land, hochqualifizierte Spezialisten nicht im Land halten zu können. Insgesamt sei Polen dank seiner Wirtschaftsdaten reif genug für einen EU-Beitritt,
wenn auch noch nicht in allen Belangen.

Zur österreichischen Präsidentschaft innerhalb der EU meinte Bartoszewski, angesichts der generationenlangen kulturellen und wirtschaftlichen Gemeinschaft komme Österreich eine hervorragende Mittlerrolle zu Ländern wie Ungarn, Tschechien oder Polen zu. Er erwarte sich Verständnis und vorsichtige Schritte in Richtung des Machbaren, um zum Beispiel Fragen von Ökologie, Transport, Sozialpolitik und Arbeitsmarkt zu verhandeln.

Im Anschluß daran nahmen die Abgeordneten Dorothea Schittenhelm (ÖVP), Eduard Keusch (SPÖ), Mag. Brigid Weinzinger (GA) und Christa Kratohwil (FPÖ) die Gelegenheit wahr, der polnischen Delegation Fragen der EU-Osterweiterung aus Sicht ihrer Fraktionen zu erläutern.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2180

Niederösterreichische Landesregierung

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK