Eröffnung der Wieselburger Messe

LR Blochberger zur Situation in der heimischen Landwirtschaft

St.Pölten (NLK) - Die heutige Eröffnung der Wieselburger
Messe, die bis 5. Juli dauern wird, nahm Agrar-Landesrat Franz Blochberger in seiner Ansprache zum Anlaß, um auf die Situation in der heimischen Landwirtschaft einzugehen. Hier sei zwar nichts zu beschönigen, insgesamt gehe es aber der Landwirtschaft gar nicht
so schlecht.

Seit dem EU-Beitritt 1995 hätten sich etwa Förderungsprogramme wie Ziel 5b- und Sektorplan als Motoren für die Entwicklung im ländlichen Raum herauskristallisiert. Mehr als 1.300 Projekte
seien bisher bewilligt worden, die Investitionen in den Regionen
von rund 4,5 Milliarden Schilling ausgelöst hätten. Insgesamt sei an öffentlichen Förderungen des Bundes, des Landes und der EU mehr als 1 Milliarde Schilling in Projekte wie erneuerbare Energien, Dorferneuerung, neue Vermarktungsstrategien für
landwirtschaftliche Produkte und neue Betriebe für die
Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte geflossen.

Neben diesen Förderprogrammen hätte sich aber auch das Programm für Landwirtschaft und Umwelt (ÖPUL), an dem 80 Prozent der Bauern mit 90 Prozent der Fläche teilnehmen, bestens bewährt, so Blochberger weiter: Dadurch seien seit 1995 rund 8 Milliarden Schilling nach Niederösterreich geflossen. In Summe waren es
allein im vergangenen Jahr rund 10 Milliarden Schilling, die in
die niederösterreichische Landwirtschaft geflossen seien. Auch das Agrarbudget des Landes habe sich von 0,86 Milliarden im Jahr 1994 auf 1,8 Milliarden Schilling im Jahr 1997 mehr als verdoppelt.

Demgegenüber habe sich die Abwanderung aus dem ländlichen Sektor gegenüber dem Beginn der neunziger Jahre halbiert und liege derzeit bei 2,6 Prozent. Die Zahl der Biobauern wiederum sei stark angestiegen, derzeit halte man in Niederösterreich bei 3.100, die mehr als 60.000 Hektar und damit 20 Prozent der biologisch bewirtschafteten Fläche Österreichs bearbeiten. Auch im Bereich der erneuerbaren Energien tragen die niederösterreichischen Bauern maßgeblich zum Status von Niederösterreich als Umweltbundesland Nummer 1 bei. Um diesen Standard aber auch in Zukunft halten zu können, brauche man eine Ökologisierung des Steuersystems.

Zur Agenda 2000 meinte Blochberger, diese könne in der vorliegenden Form nicht akzeptiert werden, weil zum einen die Einkommensverluste für die Bauern je nach Produktionsfeld zwischen 10 und 30 Prozent liegen und zum anderen die erneuerbaren Energien in diesen Vorschlägen kaum Berücksichtigung finden.

Die Wieselburger Messe findet heuer bereits zum 70. Mal statt
und hat sich mit rund 300.000 Besuchern zu der von der Besucher-
und Ausstellerzahl größten Messe in Niederösterreich entwickelt. Heuer sind 550 Aussteller auf einer Fläche von mehr als 80.000 Quadratmetern mit ihren Produkten vertreten, wobei die
Schwerpunkte in den Bereichen Grünlandwirtschaft und Tierhaltung, NÖ Schweinezucht, Landschaftserhaltung, Chancen und Risken von Betriebskooperationen sowie Strategien zur Sicherung der Lebensqualität im ländlichen Raum liegen.

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