Gewerbeverein: Sallmutter kann zwischen Life-Style und Medizin nicht unterscheiden

Wien (OTS) - Die Krankenkassen werden zur Hälfte von den Arbeitgebern alimentiert. Diese erwarten sich aufgrund der enormen Gewinne dieser Institutionen eine längst überfällige Reduktion ihrer Beiträge. Nicht so Hauptverbandspräsident Sallmutter; er wirft das Geld mit offenen Armen hinaus:

+ Viagra etwa ist - ob behindert oder nicht - ein Life-Style-Produkt. Es verbessert zweifelsohne die Lebensqualität; und zwar von Behinderten, wie von Nicht-Behinderten. Deutsche Berechnungen ergeben, daß das Arzneimittelbudget der Krankenkassen bei Viagra-Kostenersatz durch diese um 150 Prozent steigt. Das ist unfinanzierbar, deshalb ist dort in den Kassen Viagra genauso tabu, wie ein Mittel gegen Glatzenbildung oder Kontaktlinsen bei einer Dioptrie. Auch Kahle und Brillenträger sind ja über ihr Schicksal nicht froh. Aber der Staat hat sich aus der privaten Lebensführung der Menschen herauszuhalten - das gilt auch für den Sozialisten Sallmutter, der ja noch in einer Zeit geprägt wurde, in der die Sozialdemokratie auf Kosten der Steuerzahler von Wohnungen über Jobs bis hin zum Urlaubsdomizil alles vergab und damit die Menschen von sich abhängig machte.

+ Auch das Pflegegeld wird zur Hälfte von den Arbeitgebern bezahlt. In § 1 des zugehörigen Gesetzes steht: "Das Pflegegeld hat den Zweck..... pflegebedürftige Menschen zu unterstützen.....sowie die Möglichkeit zu verbessern, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu führen". Es soll hier jedenfalls nicht der Anschein erweckt werden, Behinderte auszugrenzen oder nicht auf ihr schweres Schicksal eingehen zu wollen. Behinderte sollen unter Berücksichtigung ihres Handicaps, wie alle Bürger behandelt werden. Und hier schließt sich der Kreis:

+ Die wenigsten Unternehmer, die für ihre Mitarbeiter SV-Beiträge zahlen, können ein "selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben führen"; fast niemand kann das. Aber der österreichische Staat sichert dies einem Teil der Bürger auf Kosten auch der Arbeitgeber zu.

+ Lebensstil hat mit medizinischer Grundversorgung nichts zu tun. Glatzen, Fehlsichtigkeit, Schwangerschaft und Impotenz sind Probleme der privaten Lebensführung. Herr Sallmutter muß endlich verstehen, daß nicht ihm die Krankenkassen gehören, sondern allenfalls den Zahlern und Mitgliedern. Und wohin seine Denkweise der allumfassenden Staatsumklammerung des Individuums geführt hat, haben wir jahrzehntelang östlich von uns gesehen.

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