ARBÖ warnt: Durst kann ins Auge gehen

Wien (ARBÖ) - Ferienzeit ist Ausflugszeit. Doch auch bei einem Picknick im Grünen können unerwartete Gefahren lauern, z. B. beim Öffnen einer Mineralwasserflasche, die zuvor in sommerlicher Hitze im Auto transportiert wurde. Dazu gibt es nun nach Angaben des
ARBÖ ein Urteil des Oberlandesgerichtes Wien.

Als ein durstiger Autolenker eine ungekühlte Mineralwasserflasche aus dem Kofferraum nahm und am Verschluß der Flasche drehte, machte es einen Knall, die Verschlußkappe flog ihm gegen sein rechtes Auge, er erlitt eine schwere Verletzung am
Auge. ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert: "Die Schmerzengeldforderung betrug ATS 100. 000,- / EUR 7.194,24, die
in Folge eingebrachte Klage stützte sich auf die Behauptung, daß die Verletzungen des Klägers durch einen Produktionsfehler der vom Hersteller in Verkehr gebrachten Mineralwasserflasche verursacht worden sei. Die Mineralwasserflasche sei im Sinne des Produkthaftungsgesetzes fehlerhaft, das Produkt biete nicht die nötige Sicherheit, die man üblicherweise erwarten kann."

Der OGH stellte eindeutig fest:
Eine Mineralwasserflasche, bei der die Verschlußkappe beim Öffnen wie ein Sektkorken "wegschießt", weist einen Produktionsfehler
auf. Der Hersteller der Flasche muß damit rechnen, daß der Verbraucher beim Öffnen der Flasche sorglos und ohne besondere Vorsicht vorgeht. Den Verbraucher trifft kein Mitverschulden, wenn er die Flasche an einem heißen Tag mehr als 20 Stunden ungekühlt im Auto läßt und dann ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen öffnet.

Mag. Göppert weiter: "Der Überdruck in der Mineralwasserflasche kann nicht als typisches Entwicklungsrisiko angesehen werden, das die Prudukthaftung des Herstellers ausschließt. Auch ist es für die Haftung des Herstellers ohne Belang, ob er in der Lage ist,
den Fehler zu vermeiden oder rechtzeitig zu entdecken. Der ARBÖ rät daher zu besonderer Vorsicht beim Öffnen einer Mineralwasserflasche, insbesonders Kinder können beim sorglosen Umgang mit kohlensäurehältigen Getränkeflaschen gefährdet sein."

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