Im Rahmen des inoffiziellen Besuchs des Kulturministers der Republik Griechenland, Evangelos Venizelos, kam es zu einer Unterredung mit der Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, Elisabeth Gehrer.

Wien (OTS) - Im Rahmen des inoffiziellen Besuchs des
Kulturministers der Republik Griechenland, Evangelos Venizelos, kam es zu einer Unterredung mit der Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, Elisabeth Gehrer.

Bei diesem Gespräch, das im Kunsthistorischen Museum in Anwesenheiten von Hofrat Dr. Wilfried Seipel geführt wurde, kam es zur Unterzeichnung eines gegenseitigen Abkommens bezüglich der Durchführung von zwei Großausstellungen, die sowohl in Athen als auch in Wien gezeigt werden sollen.

Zum einen wurde vereinbart, bereits im Jahr 2000 im Kunsthistorischen Museum in Wien in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Nationalmuseum Athen eine Sonderausstellung durchzuführen, die der Entwicklung des antiken Schmucks von der minoisch-mykenischen Zeit bis zum 15. Jahrhundert gewidmet sein soll. In Zusammenarbeit mit zahlreichen archäologischen Museen Griechenlands wird es erstmals möglich sein, bedeutende Funde aus allen wichtigen Zeitabschnitten der griechischen Geschichte in Wien zu präsentieren. Es wird dies die erste Großausstellung sein, die Griechenland in Österreich bzw. in Wien präsentiert. Rund 400 wertvollste Objekte werden zum Teil erstmals die griechischen Museen verlassen und in Fortsetzung der Schmuckausstellungen des Kunsthistorischen Museum im Sommer 2000 für die zu erwartenden Besucher aus aller Welt eine besondere Attraktion bieten.

Außerdem wurde vereinbart, im Jahr 2002, dem Jahr der griechischen Präsidentschaft der EU im Wiener Künstlerhaus eine vom Kunsthistorischen Museum in Zusammenarbeit mit dem griechischen Kulturministerium vorzubereitende Ausstellung "Homer und seine Welt" durchzuführen. Diese Ausstellung, die sich mit der Gestalt Homers, seiner literarischen und archäologischen Überlieferung, seiner Rezeption und europäischen Breitenwirkung beschäftigen wird, kann gleichsam als Europa-Ausstellung Griechenlands angesehen werden. Je nach Interpretationsstand und abhängig von der wissenschaftlichen Deutung der Aussagen Homers kann ein weiter, von der griechischen Archäologie erfaßter, zeitlicher und kultureller Rahmen in das Ausstellungskonzept einfließen. Von Troja über Mykenä, von Tiryns bis nach Ithaka umfaßt der zeitliche und geographische Rahmen einen entscheidenden Teil der Mittelmeerwelt, in der vieles bereits vorgeprägt wurde, was einmal Europa bestimmen sollte. Homer als europäische Dichtergestalt, der in der Spiegelung seiner Rezeptionsgeschichte nicht nur zum europäischen Bildungskulturgut zählt, sondern darüber hinaus mit seinen Dichtungen die Weltgeschichte der Literatur entscheidend beeinflußt hat, eignet sich wie kaum eine andere Gestalt der Kulturgeschichte, Einheit und Vielfalt unserer Welt zu veranschaulichen. Nicht zuletzt deswegen verfolgt die Ausstellung das Anliegen, die kulturelle Präsenz der europäischen Geschichte stärker im Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit zu verankern.

Rückfragen & Kontakt:

Kunsthistorisches Museum,
Hofrat Dr. Wilfried Seipel,
Tel.: 01-52 524/401

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS