OeNB - Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute im ersten Quartal 1998

Wien (OTS) - Ungebrochen dynamisches Auslandsgeschäft
Die Bilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute wuchs im ersten Quartal 1998 mit 3,1 % beinahe doppelt so stark wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Getragen wurde die Bilanzsummenausweitung in erster Linie vom Auslandsgeschäft.
Im Inlandsgeschäft wurden sowohl bei den Direktkrediten als auch bei den Einlagen Schillingpositionen durch Fremdwährungsbestände substituiert.
Gleichzeitig nahm das Betriebsergebnis der Banken
etwas schwächer als das Geschäftsvolumen zu, in Relation
zur Bilanzsumme verringerte es sich von 0,67 auf 0,65 %.
Dieser Rückgang war auf den auch in absoluten Werten sinkenden Nettozinsertrag zurückzuführen.
Das Ergebnis des nicht zinsabhängigen Geschäfts nahm hingegen
zu und betrug im ersten Quartal bereits 46 % der Betriebserträge. Mehr als die Hälfte der Ausweitung des Auslandsgeschäfts erfolgte aktiv- und passivseitig im Interbankengeschäft, je ein Viertel stammte aus Veranlagungen in Wertpapieren und Beteiligungen und
aus Krediten an ausländische Nichtbankenkundschaft.
Das Direktkreditportefeuille hat sich dadurch weiter internationalisiert: Ende März bestanden bereits 21,9 % aller nichttitrierten Kundenforderungen gegenüberdem Ausland und/oder waren in Fremdwährung denominiert.
Auch das Mittelaufkommen aus Einlagen internationalisiert sich zusehends:
Der Anteil der Einlagen von ausländischen Kunden oder in Fremdwährung stieg im ersten Quartal um 1,7 Prozentpunkte
auf 20,2 %.
Die Direktkredite an inländische Kunden sanken im ersten
Quartal 1998 um 17,4 Mrd S, wobei vor allem der öffentliche Sektor, aber auch die privaten Haushalte ihre Direktkreditnachfrage reduzierten. Wie in den vergangenen fünf Jahren
waren die inländischen Schillingdirektkredite in den ersten
drei Monaten 1998 rückläufig.
Ungebrochen dynamisch entwickelten sich hingegen die Fremdwährungsdirektkredite. Ihr Anteil an den gesamten aushaftenden Direktkrediten hat sich im ersten Quartal auf 9,0 % erhöht.
Sowohl Unternehmen als auch private Haushalte weiteten ihre Fremdwährungsverbindlichkeiten vielfach zulasten von Schillingpositionen aus, wohingegen der öffentliche Sektor
seine Fremdwährungskredite verminderte.
Das Mittelaufkommen der Kreditinstitute aus Schillingeinlagen nun schon das siebente Jahr hintereinander im ersten Quartal rückläufig, allerdings schwächte sich der Rückgang 1998 merklich ab.
Sicht- und Termineinlagen sanken um 9,3 bzw. 6,7 Mrd S,
der Zuwachs der Spareinlagen blieb mit lediglich
4,4 Mrd S deutlich unter dem Vorjahr. Spareinlagen mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren wurden zulasten von Einlagen mit Kündigungsfristen bis zu einem Jahr relativ kräftig ausgeweitet. Die Nachfrage nach Substituten für Schillingeinlagen war
weiterhin hoch.
Kaum abgeschwächt hat sich der Zuwachs der Fremdwährungseinlagen, der im ersten Quartal 21,8 Mrd S betrug. Ungebrochen lebhaft blieb auch die Nachfrage nach Investmentzertifikaten. Der Vermögensbestand der Investmentfonds stieg in den
ersten drei Monaten 1998 um 53 Mrd S. Demgegenüber sind die Einlagen von inländischen Nichtbanken in den ersten drei Monaten 1998
um 10,1 Mrd S gestiegen.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in Berichte und Studien, Heft 2/1998, entnommen werden.

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