Bedrohte Tierarten in Niederösterreich:

Artenschutzprogramm soll Perlmuschel, Elch und Bär helfen

St.Pölten (NLK) - Auerhuhn, Birkhuhn, Seeadler, Schwarzstorch, Sperlingskauz, Raubwürger, Perlmuschel, Bär, Luchs, Wolf und Elch gehören zu den gefährdeten Tierarten in Niederösterreich. Das Waldviertel ist jenes Gebiet, wo sich noch ein Lebensraum für
diese Tierarten findet. Im Rahmen des Artenschutzprogrammes beim
NÖ Landschaftsfonds, für das jährlich rund 4 bis 5 Millionen Schilling zur Verfügung stehen, werden jetzt Maßnahmen zum Schutz der Tiere erarbeitet. "Für die Perlmuschel beispielsweise, die in Urgesteinsbächen vorkommt und deren Restbestände sich nur im Mühl-und Waldviertel finden, ist die Reinhaltung der Gewässer oberstes Gebot", erklärt Dr. Erhard Kraus von der Naturschutzabteilung beim Amt der NÖ Landesregierung. Die Anlage von Uferschutzstreifen, Verringerung der Einschwemmungen aus dem benachbarten Agrarland
und die Wasserreinigung im Streusiedlungsbereich seien die wichtigsten Gebote zur Erhaltung der Muschel. Auch beim Raubwürger gebe es große Probleme. Nur mehr 10 bis 15 Brutpaare gebe es im Waldviertel, viele seien durch Kommassierungsverfahren akut
bedroht. Die Restbestände könnten nur dann gesichert werden, wenn die Agrarbehörde im Rahmen ihrer Verfahren auf die Lebensraumansprüche genügend Rücksicht nehme.

Für den Elch, der derzeit nur als seltenes Wechselwild im Waldviertel auftritt, müßten in Gewässernähe anstatt der Fichtenmonokulturen Weichholzbestände mit Weiden oder Pappeln angelegt werden.

"Die Zunahme des Fischotters im Waldviertel ist zwar für den Naturschutz erfreulich, sie darf aber nicht auf dem Rücken der Fischereiberechtigten erfolgen", betonte Kraus. Ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauche, konnte die Probleme nur teilweise lindern. Kraus: "Von einem befriedigenden Lösungsansatz, auch im Sinne der Fischereiwirtschaft, sind wir noch weit entfernt." Weitere Maßnahmen wie ein Lebendfang und ein Umsiedlungsprogramm sollen demnächst gestartet werden.

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