Bericht von der 12. Welt-AIDS-Konferenz / Forscher konzentrieren sich auf wirksame AIDS-Behandlungen mit weniger Medikamenten und einfacheren Behandlungsweisen

Genf (ots-PRNewswire) - Verschiedene Studien, die in dieser Woche während der 12. Welt-AIDS-Konferenz vorgestellt werden, zeigen, daß die Gabe von Anti-HIV-Mitteln zweimal täglich, darunter Viramune (Wirkstoff: nevirapine), ein wirksamer non-nucleoside reverse transcriptase inhibitor (NNRTI), die Menge an HIV-Viren im Blut unter die Grenze der Nachweisbarkeit reduziert und gleichzeitig die Menge an infektionsbekämpfenden Immunzellen erhöht. Im Gegensatz zu mehreren anderen Medikamenten gegen HIV, von denen bis zu 18 Tabletten am Tag eingenommen werden müssen, sind bei der Behandlung mit Viramune zweimal täglich jeweils eine 200 mg-Tablette notwendig.

"Obwohl mehr Wirkstoffe gegen HIV verfügbar sind als je zuvor, bleibt die Resistenz ein Problem. Da die Unmöglichkeit, eine Behandlung fortzusetzen, oftmals der Grund für den Widerstand ist, suchen wir ständig nach hochwirksamen Therapien, die auch für den Patienten gut verträglich sind," sagte Dr. Francois Raffi, Professor im Centre Hospitalier Regional et Universitaire de Nantes. "Viramune ist die beste Wahl, da es den HIV-Virus schnell unterdrückt und nur zweimal täglich eingenommen wird mit oder ohne Mahlzeiten." Viramune wird allgemein gut vertragen. Die häufigste Nebenwirkung ist ein Hautausschlag.

Reduzierung des HIV-Virus auf nicht mehr nachweisbare Mengen wird mit nur sieben oder acht Tabletten am Tag erreicht

Dr. Raffi wird Untersuchungen vorstellen, die zeigen, daß der Beginn der Behandlung von HIV mit Viramune, d4T (Zerit, stavudine) und ddI (Videx, didanosine) den Virus im Blut deutlich auf nicht mehr nachweisbare Mengen reduziert. Diese kombinierte Behandlung besteht aus Gaben von sieben bis acht Tabletten zweimal am Tag und zeigt keine Wechselwirkungen mit Protease-Inhibitoren, womit die Möglichkeit zukünftiger Behandlungsstrategien mit diesen Wirkstoffen erhalten bleibt. 62 Prozent der Patienten (24 von 39), die in der jetzigen vierten Woche der Studie Viramune in Kombination mit ddI und d4T einnehmen, haben bereits nicht mehr nachweisbare Mengen (weniger als 500/ml) von HIV-Viren im Blut. Überdies haben 85 Prozent der Patienten (17 von 20) in der sechzehnten Woche der Studie inzwischen keine nachweisbaren Virusmengen mehr im Blut. Die durchschnittliche Reduzierung der Virenmenge von der Ausgangsbasis (4,6 hoch 10/ml) betrug 1,9 Logarithmen in vier Wochen und in sechzehn Wochen. Die durchschnittliche CD4+-Steigerung betrug von der Ausgangsbasis (429 Zellen/ml) jeweils 118 Zellen/ml und 158 Zellen/ml.

Einfache Medikamentengabe wirksam bei der Behandlung sowohl neuer als auch bereits behandelter Patienten

Daten über Viramune, d4T und ddI sowohl bei Patienten, die zum ersten Mal Medikamente gegen HIV nehmen, als auch bei Patienten, die eine Behandlung mit Protease-Inhibitoren abbrechen mußten aufgrund von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten, werden von Dr. Cathy Pell von der Taylor Square Private Clinic, Sydney, Australien, präsentiert werden. 100 Prozent der Patienten (8 von 8), die keine vorherigen Behandlungen hatten, erreichten Virenbelastungen unterhalb der Grenze der Nachweisbarkeit (weniger als 400 nach dem Roche Amplicor-Testverfahren), 75 Prozent dieser Patienten behielten diese Virenbelastung unterhalb der Grenze der Nachweisbarkeit während eines folgenden Zeitraums von 26 Wochen. Insgesamt 39 Patienten kamen aus der Behandlung mit Protease-Inhibitoren. Von diesen hatten als Ausgangspunkt 24 Patienten noch nachweisbare Mengen an Viren, 15 Virenbelastungen unterhalb der Nachweismenge. In der Gruppe der Patienten mit nachweisbaren Mengen erreichten 54 Prozent (13 von 24) in dem 26wöchigen Zeitraum Virenmengen unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze. Von den 10 bewerteten Patienten in der Gruppe mit nicht mehr nachweisbaren Mengen an HIV-Viren behielten 70 Prozent in diesen 26 Wochen die nicht mehr nachweisbare Mengen an Viren.

"Für die Patienten, die mit Protease-Inhibitoren Probleme haben, ist der Wechsel zu dieser bequemeren, aber dennoch wirksamen Behandlung mit Viramune, d4T und ddI eine sehr attraktive Option," bemerkte Dr. Pell. "Diese Behandlung ist außerdem sehr effektiv bei Patienten, die erstmals wegen HIV behandelt werden."

In dem 26wöchigen Zeitraum betrug die mittlere Reduzierung der Virenmenge 2,16 hoch 10 von der Ausgangsbasis (5,10 hoch 10/ml) innerhalb der Gruppe der noch nicht behandelten Patienten und 2,02 hoch 10 von der Ausgangsbasis (3,56 hoch 10/ml) innerhalb der Gruppe von Patienten mit vorheriger PI-Behandlung. Der mittlere Anstieg an CD4+-Zellen betrug für die Gruppe nicht behandelter Patienten von der Ausgangsmenge (286 Zellen/ml) 137 Zellen/ml und für die Gruppe der PI-Patienten 74 Zellen/ml von der Ausgangsmenge 368 Zellen/ml.

Weitere Beweise, die die Wirksamkeit von Kombinationstherapien ohne Protease-Inhibitoren mit Viramune unterstützen, finden sich in der INCAS-Studie, in der das Forschungsteam um Dr. Julio Montaner eine anhaltende Virenunterdrückung und stabilisierte CD4+-Zellen während beinahe drei Jahren demonstriert bei Patienten, die Viramune, ddI und AZT (Retrovir, zidovudine) einnehmen. Die Daten, die bei der Konferenz präsentiert werden, zeigen an, daß nach 33 Monaten 67 Prozent der Patienten (6 von 9), die auch im Anschlußversuch weiterhin diese dreifache Kombination einnehmen, eine Virenbelastung aufrechterhalten, die unterhalb der Grenze der Nachweisbarkeit liegt (weniger als 20/ml), und eine vom Ausgangspunkt gesehen höhere CD4+-Anzahl aufweisen als die untersuchten Patienten, die mit einer zweifachen Kombination behandelt wurden.

Viramune ist angezeigt für die Verwendung in der Kombination mit anderen Wirkstoffen gegen Retroviren bei der Behandlung von HIV-1-Infektionen. Diese Indikation basiert auf der Analyse der Veränderungen bei Surrogat-Endpunkten. Zur Zeit gibt es keine Ergebnisse aus kontrollierten klinischen Studien, die die Wirkung von Viramune in Kombination mit anderen Wirkstoffen gegen Retroviren auf den klinischen Fortgang einer HIV-1-Infektion, wie etwa die Vorkommen von Begleitinfektionen oder die Überlebensrate, bewerten. Viramune wird allgemein gut vertragen. Zu den am häufigsten berichteten nachteiligen Wirkungen im Zusammenhang mit Viramune gehören Hautausschlag, Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und abweichende Leberwerte. Schwere und lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson Syndrom, Toxische Epidermale Nekrolyse), darunter auch Todesfälle, sind bei Patienten, die mit Viramune behandelt wurden, vorgekommen. Viramune (nevirapine) ist ein Produkt der Grundlagenforschung, die bei Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc., einem Mitglied der Unternehmensgruppe Boehringer Ingelheim, betrieben wird. Viramune wird in den Vereinigten Staaten durch Roxane Laboratories, einem Mitglied der Unternehmensgruppe Boehringer Ingelheim, vermarktet.

ots Originaltext: Boehringer Ingelheim
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