GRUNDBESITZER UND BAUERN PROFITIEREN VON NATURA 2000

WWF beweist in einem Modellprojekt im Waldviertel: Naturschutz und Interessen der Grundbesitzer sind vereinbar

Wien (OTS) - "Altes Kulturland oder neue Forste? Abwandern oder weiterleben?" fragt das PANDA-Magazin des WWF (World Wide Fund For Nature) auf der Titelseite der neuen Nummer. Thema ist die Spannung zwischen dem Rückgang der Landwirtschaft und dem Naturschutz im Waldviertel: Die berühmten Waldviertler Feuchtwiesen müssen zu ihrer Erhaltung bewirtschaftet werden - doch immer mehr Bauern geben ihre Höfe auf und zerstören mit monotonen Fichtenkulturen die wertvolle, uralte Kulturlandschaft. In einem Modellprojekt zum Schutz der Waldviertler Feuchtgebiete, das mit LIFE-Mitteln der EU gefördert wird, beweist der WWF: Naturschutz und die Interessen von Grundbesitzern, Bauern und Fischern sind vereinbar. Die Bedingung für weitere so positive Projekte ist die Nennung der wertvollen Lebensräume als Natura-2000-Gebiete.

"Unser Kapital ist die unverbrauchte Landschaft", erklärt Otto Huslich, Bürgermeister von Litschau, dem PANDA-Magazin des WWF seine Sicht von der Zukunft seiner Heimat. Tatsächlich ist das Waldviertel nicht umsonst als eine der wertvollsten Ökoregionen unseres Landes bekannt. Hier kann man noch zahlreiche Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden. Flußabschnitte von Kamp, Lainsitz und Reißbach und Teiche wie z.B. der Jägerteich sowie einige Moore sind bereits als Natura 2000 Gebiete in das europäische Schutzgebietsnetz eingebracht worden. Das Ziel: Die Erhaltung - und wenn möglich die Verbesserung des ökologisch guten Zustandes.

Von der Nennung ihrer Gebiete als Natura-2000-Gebiete profitieren - neben der Natur - vor allem die heimischen Grundbesitzer, Bauern und Jäger: Ein Großteil dieser bisher nur grob abgegrenzten Gebiete soll über Vertragsnaturschutz gesichert werden. "Eine neue Dimension im Naturschutz!" freut sich Dr. Bernhard Drumel, Natura-2000-Experte des WWF. "Vertragsnaturschutz in Natura-2000-Gebieten bedeutet Mitsprache und Geld für die Region. Denn jegliche Maßnahme muß zuerst mit den Grundbesitzern und Nutzern abgesprochen werden - und in diese Gebiete sollen verstärkt Förderungsmittel der EU oder des ÖPULs fließen."

Der WWF führt derzeit in den Feuchtgebieten des Oberen Waldviertel ein Modellprojekt durch, das mit öS 5,8 Millionen von der Europäischen Kommission gefördert wird. Sämtliche Umsetzungsschritte erfolgen gemeinsam mit den Grundbesitzern, die für freiwillige Einschränkungen im Sinne des Naturschutzes finanziell entschädigt werden. Dabei liegt die Nutzung der Feuchtgebiete durchaus im Interesse der Naturschützer: Denn ohne die Bewirtschaftung durch Bauern und Teichwirte würden viele der wertvollen Feuchtgebiete gar nicht mehr bestehen.

"Niederösterreich hat die Chance erkannt, durch LIFE-Mittel der EU ökologisch wertvolle Regionen zu fördern. Trotzdem fehlen im Natura-2000-Netzwerk noch einige wichtige Gebiete", weist Dr. Bernhard Drumel vom WWF auf die Säumigkeit der niederösterreichischen Landesregierung hin. "24 Gebiete wurden in Niederösterreich nach wissenschaftlichen Kriterien für Natura 2000 ausgewählt und müssen genannt werden - fünf davon stehen auf der WWF-Schattenliste! Das WWF-Projekt im Waldviertel zeigt, daß alle in der Region von einer Nennung profitieren. Wir werden auf kein einziges dieser Gebiete verzichten!"

Das neue PANDA-Magazin mit der Titelgeschichte über das Waldviertel ist ab sofort am Kiosk erhältlich. Mehr Informationen über Natura 2000 bietet eine Informationsbroschüre des WWF zum Netz des Lebens (zu bestellen unter 01 / 48817-0). Und für besonders Interessierte organisiert der WWF am 3. Und 4. September eine Informationstagung in Litschau. Bei šbertragungsst"rungen rufen Sie uns bitte an! / In case of incorrect transmission, please call us!

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Corinna Milborn,
Tel.: (01) 48817-0

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