AK Schülerhotline: Wehren Sie sich gegen das Repetierverbot!

Direktoren berufsbildender Schulen wollen Erstklasslern faire zweite Chance verweigern: Werden Zeugnisse falsch ausgestellt? - AK berät Schüler und Eltern bei ungesetzlichem "Repetierverbot"

Wien (OTS) - Schülerhotline 01/501 65 DW 2576 oder 3107: Unter diesen Nummern wird die AK ab Montag allen Schülern der ersten Klasse an den Wiener berufsbildenden Schulen helfen, die ins Zeugnis den Vermerk bekommen: "nicht zum Wiederholen der ersten Klasse berechtigt". Der Direktorenverein der Wiener
berufsbildenden Schulen hat die Schulleiter dazu "verhalten", Erstklasslern mit mehr als drei "Fleck" im Zeugnis dieses bisher gesetzlich vorgesehene "Repetierverbot" weiterhin zu erteilen -obwohl es beschlossene Sache ist, daß es vom Parlament rückwirkend mit 1. Juni 1998 aufgehoben wird. Der Vermerk wäre ungesetzlich, müsse vom Stadtschulrat gestrichen werden. Stadtschulratspräsident Scholz habe der AK heute, Freitag, volle Zusammenarbeit
zugesichert, so Inge Kaizar, Leiterin der AK Wien Abteilung Bildungspolitik. Vom Unterrichtsministerium fordert sie gleichzeitig, ausreichend Plätze an den berufsbildenden Schulen zu schaffen. ****

"Die Direktoren müßten die Schüler und ihre Eltern informieren, daß endlich die ungerechte Sonderregelung aufgehoben wird, wonach Schüler der ersten Klassen an den berufsbildenden Schulen mit mehr als drei Nichtgenügend im Zeugnis die Schule verlassen mußten", sagt Inge Kaizar. "Stattdessen will der Wiener Direktorenverein
aber so tun, als gäbe es das Repetierverbot weiterhin. Das
schreckt Schüler und Eltern ab, es noch einmal zu versuchen. Die Direktoren wollen offensichtlich die Platzprobleme in ihren
Schulen auf dem Rücken der Schüler lösen. Das ist der eigentliche Skandal."

Kaizar rät betroffenen Schülern und Eltern, sich nicht abschrecken zu lassen, wenn im Zeugnis ein Repetierverbot vermerkt ist. Sie können vom Stadtschulrat verlangen, daß er entprechende Vermerke von Amts wegen streicht. Kaizar: "Kämpfen Sie um Ihr Recht, wir unterstützen Sie." Über die Schülerhotline wird die AK die Betroffenen ab Montag informieren, welche Rechte sie haben.
Immerhin sei es nur "recht und billig, wenn Schüler an den berufsbildenden Schulen die selben fairen Chancen bekommen wie Schüler in allen anderen Schulen auch". Vom Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz bekam die AK volle Zusammenarbeit zugesichert.

Vom Unterrichtsministerium fordert die AK, endlich ausreichend Plätze an den berufsbildenden Schulen zu schaffen. Sie sind bis
auf den letzten Platz besetzt. Zu Beginn des Schuljahrs 1997/98 machten die Direktoren durch das damals noch gültige
Repetierverbot österreichweit 4.000 Plätze in den ersten Klassen "frei" - und wiesen zusätzlich fast 4.000 Jugendliche ab, die die Aufnahmevoraussetzungen mitbrachten. "Das darf heuer nicht mehr passieren", sagt Kaizar - und verlangt vom Unterrichtsministerium, daß bereits angekündigte zusätzliche 350 Lehrerdienstposten für zusätzlich 6.000 Plätze an den berufsbildenden Schulen sofort den Landesschulräten zur Verfügung gestellt werden. Sonst könnten die Landesschulräte bei der Aufnahme nicht mit diesen Posten kalkulieren, die Schulen würden wieder Schüler abweisen, erklärt Kaizar: "Es darf nicht an der Bürokratie scheitern, daß alle interessierten Jugendlichen den Ausbildungsplatz finden, den sie wünschen."

AK Schülerhotline: 01/501 65 DW 2576 oder 3107, ab Mo, 29. 6.
1998, bis Fr, 10. 7. 1998, Mo-Fr, 8.00-16.00 Uhr

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Presse Peter Mitterhuber
Tel.: (01)501 65-2530AK Wien

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