Euro und "Causa Rosenstingl"

Haiden: "Müssen uns intensiver mit dem Euro befassen" Haigermoser: "Lassen uns nicht in Geiselhaft nehmen"

Wien (PWK) - WKÖ-Vizepräsident Rene Alfons Haiden appellierte im Rahmen des Kammertages an die Unternehmer, sich noch intensiver als bisher mit der Umstellung auf den Euro auseinanderzusetzen. Gerade die kleinen Betriebe dürfen nicht auf bessere Zeiten warten, sondern müssen frühzeitig mit der Umstellung beginnen und die zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten, wie eine neue Dynamik in den Absatz- und Beschaffungsmärkten, auszuloten. ****

"Wer zu spät umstellt, den bestraft der Markt", sagte Haiden und warnte davor bis zum letztmöglichen Termin mit der Umstellung zu warten, da es dann sehr schwierig werde, geeignete Software-Experten und die notwendige Hardware rasch zur Verfügung zu haben. Bei einer zu späten Umstellung droht den Firmen aber auch ein erheblicher Imageverlust bei ihren Kunden, der nicht zu unterschätzen sei. Die WKÖ, so Haiden, werde jedenfalls alles daran setzen, mögliche Schwachstellen bei der Umstellung auf den Euro zu orten und mit ihrem breiten Informationsangebot diesen Umstellungs- und Umdenk-Prozeß weiter voranzutreiben. Haiden nannte in diesem Zusammenhang die Euro-Brancheninformationen der WKÖ, die sehr detailliert

die spezielle Umstellungsvorbereitung für die einzelnen 51 Wirtschaftszweige erläutert.

Haiden wies in seinem Statement auch auf die enormen Chancen hin, die sich für österreichische Firmen im Rahmen des Europartenariats ergeben können. Die von der Europäischen Kommission initiierte internationale Kontaktbörse, die sich in Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Spanien, etc. bereits bewährt hat, wird am 10. und 11. Mai 1999 zum ersten Mal auch in Österreich stattfinden. Sie bietet vor allem kleineren Unternehmen eine

konkrete Möglichkeit, Geschäftskontakte im Ausland zu knüpfen und ihre Waren und Dienstleistungen weltweit zu vermarkten. Etwa 3.000 Besucherfirmen aus der ganzen Welt werden erwartet. Die Erfolgsberichte von bisherigen Europartenariaten sind ermutigend: 30 bis 40 Prozent der bisherigen Gastgeberfirmen haben durch ihre Teilnahme Kooperationsverträge mit ihren in- und ausländischen Gesprächspartnern abgeschlossen.

Die "Causa Rosenstingl" beschäftigte auch den Kammertag. Kammerrat Helmut Haigermoser vom Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) verwahrte sich dagegen, "1/4 aller Kammermitglieder in Geiselhaft zu nehmen, wenn in Aussendungen alle RFW-Funktionäre aufgefordert werden, ihre Mandate niederzulegen". Der RFW-Niederösterreich hätte eine eigene Rechtspersönlichkeit gehabt und sei dementsprechend zu behandeln. Als 'richtigen Weg' bezeichnete Haigermoser die Entscheidung des Kammertages, in Zukunft die Finanzmittel aller Fraktionen des Kammertages offenzulegen und zu kontrollieren. Haigermoser warnte davor, die Folgen durch das Euro-Währungsabgabengesetz für den Standort Österreich zu unterschätzen und kritisierte das vor kurzem im Parlament beschlossene Wirtschaftskammergesetz als "in einigen Paragraphen noch zu bürokratisch". Im übrigen werde der RFW alle Aktivitäten voll unterstützen, die zu dem von WKÖ-Präsident Maderthaner geforderten weiteren Bürokratieabbau für die Unternehmer, einer Steuerreform und einer weiteren Reform der WKÖ führen.
(Schluß) Mh

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