Bartenstein: UN-Drogendeklaration stärkt Österreichs Suchtaufklärungsarbeit

Prävention als jugendpolitischer Schwerpunkt während EU- Vorsitz - Gegen Liberalisierung des Drogenverkaufs

Wien (OTS) - "Österreich sieht sich durch die Ergebnisse des UN-Drogengipfels von Anfang Juni bestätigt, seine Politik der Aufklärung über Suchtgefahren fortzusetzen. Nicht umsonst wird die Präventionsarbeit einer der jugendpolitischen Schwerpunkte während der österreichischen EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 1998 sein." Das erklärte Jugendminister Dr. Martin Bartenstein anläßlich des heutigen Internationalen Tages gegen Drogenmißbrauch und Drogenschmuggel.

Mehr als 150 UN-Staaten haben vom 8. bis 10. Juni bei ihrer Sondergeneralversammlung in New York, nicht nur den Willen zur internationalen Zusammenarbeit in der Drogenkontrolle bekräftigt, sondern auch den Wert der Informations- und Vorbeugungsarbeit besonders betont. "Österreich wird als EU-Vorsitzland hier besonders aktiv", so Bartenstein. Von zwei Veranstaltungen, die in Österreich abgehalten werden, erwartet er sich neue Impulse und internationalen Erfahrungsaustausch für die Suchtaufklärung.

Vom 12. bis 19. Juli findet in Obertrum (Salzburg) eine von Jugendministerium und Land Salzburg veranstaltete internationale Tagung statt, bei der europäischen Jugendliche über die Möglichkeiten und Grenzen von "peer group education" diskutieren werden. (Darunter versteht man ein Modell zur Suchtprävention, bei dem Jugendliche, die innerhalb einer Gruppe die größte Anerkennung genießen, zu Partnern für die in der Jugendarbeit Verantwortlichen ausgebildet werden.) Vom 21. bis 23. Oktober tagen in Linz
Experten aus ganz Europa, um Präventionsmodelle für Jugendarbeit zu diskutieren.

Zudem wurden erstmals auf VN-Generalversammlungsebene
umfassende Dokumente zu den Themen der alternativen Entwicklung (Unterstützung von drogenanbauenden Bevölkerungsgruppen in der Umstellung auf andere, legale, Erwerbstätigkeiten) und der neuen synthetischen Drogen verabschiedet.

Minister gegen Freigabe des Drogenverkaufs und Heroin auf Rezept

Von einer Liberalisierung des Drogenkonsums hält der Jugendminister nichts. "Eine Freigabe des Drogenverkaufs, aber
auch die Abgabe von Heroin auf Rezept, ist ein völlig
inakzeptabler Weg und wäre das absolut falsche Signal an die Jugend", so Bartenstein. Das Motto müsse lauten: "Strafe für Dealer, Therapie für Süchtige".

Der heutige Tag solle dazu dienen, Eltern und Jugendlichen die Gefahren und Ursachen des Drogenmißbrauchs aufzuzeigen.
Elterliches Vorbildverhalten, das Familienklima und das elterliche Aufzeigen von Grenzen seien gleichzeitig familiäre Risiko- und Schutzfaktoren. "Gewalt in der Familie fördert die Suchtneigung", so Bartenstein mit Bezug auf eine vom Jugendministerium im Jahr
1997 veröffentlichte Studie.

Laut dieser Studie, der die Befragung von 1.515 Wiener Schüler zwischen 13 und 18 Jahren zugrundeliegt, hat jeder fünfte Jugendliche zumindest einmal schon Cannabisprodukte probiert. Alkohol und Nikotin fungieren als als Einstiegsdrogen: So haben 17 Prozent der Jugendlichen, die täglich mindestens 20 Zigaretten rauchen, bzw. 10,5 Prozent der Jugendlichen mit häufigem Alkoholkonsum auch Kokain- und Heroinerfahrung. Alle Jugendlichen mit Heroinerfahrung und fast alle Jugendlichen mit Kokainerfahrung haben vorher Haschisch probiert.

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