Apotheker bieten Hilfe bei der Bekämpfung des Drogenproblems an

26. Juni ist Weltdrogentag - 10 Fragen zur Erkennung von Abhängigkeiten

Wien (OTS) - Morgen, am 26. Juni, ist der Weltdrogentag. Aus
diesem Anlaß erinnern die Apotheker in Österreich an ihre Mitarbeit bei der Bekämpfung des Drogenproblems. Dabei geht es und um die Modedroge Ecstasy, um das Methadonprogramm und darum zu verhindern, daß Jugendliche Arzneimittel mißbräuchlich als Einstiegsdrogen verwenden. Dazu der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana: "Weit über 90 % der Bevölkerung gehen vernünftig und richtig mit Arzneimitteln um. Doch gibt es auch Anzeichen dafür, daß in Streßsituationen mißbräuchlich zu Medikamenten oder anderen Mitteln gegriffen wird. Gerade Kinder und Jugendliche müssen aber lernen, mit solchen Situationen ohne Medikamente fertig zu werden. Menschliche Zuwendung von Eltern und Lehrern können dabei kleine Wunder wirken. Mißbräuchlich verwendet können Arzneimittel, Alkohol oder andere Mittel als Einstiegsdorgen in spätere Suchtgiftabhängigkeit führen." Deshalb empfehlen die Apotheker das Verhalten der Kinder an Hand folgender Fragen zu überprüfen.

* Zeigt das Kind in Streßsituationen oder bei sonstigen Problemen (vor Prüfungen, Schularbeiten) Auffälligkeiten oder wird es krank?

* Ist Ihnen aufgefallen, daß Ihr Kind häufig zu Mitteln greift, von denen es aufputschende oder streßabbauende Wirkung (Energy-Drinks, "Wundermittel" aus dem Versandhandel via Zeitung oder Internet, etc.) erwartet?

* Haben Sie das Gefühl, ihr Kind kann Situationen nur mit einem Medikament lösen?

* Spielen Angst oder Ängstlichkeit im Leben Ihres Kindes eine größere Rolle?

* Kann Ihr Kind oft nur mit Hilfe von Medikamenten einschlafen?

* Nimmt Ihr Kind morgens ein Medikament, das es wach macht, braucht es abends ein Beruhigungs- oder Schlafmittel oder Alkohol?

* Hat Ihr Kind schon einmal Tabletten und Alkohol kombiniert?

* Nimmt Ihr Kind Schmerzmittel, obwohl es offensichtlich keine Schmerzen hat?

* Legt sich Ihr Kind einen Medikamentenvorrat an?

* Haben Sie bemerkt, daß Ihr Kind Medikamente heimlich nimmt?

Wenn drei Fragen dieses Test mit JA beantwortet werden, besteht die Gefahr der Abhängigkeit. Dann ist ein Gespräch mit einem Fachmann (z. B. Apotheker, Familienberatungsstelle, Schulpsychologischer Dienst) angeraten.

Apotheker helfen Eltern gerne weiter, wenn ein Drogenproblem mit der Modedroge Ecstasy auftritt. Bei Ecstasy handelt es sich um Drogen in den verschiedensten Tablettenformen und Farben. Wenn Eltern bei Ihren Kindern unbekannte Tabletten entdecken, können die Apotheker feststellen, ob und um welches in Österreich zugelassene Medikament es sich handelt. Handelt es sich um kein zugelassenes Medikament, können die Apotheker auch weiterhelfen, da sich Drogen mit entsprechenden Analysemethoden nachweisen lassen.

Cabana erinnert im Zusammenhang mit dem Weltdrogentag an das Methadon-Programm der Apotheker. Drogenkranke erhalten in den Apotheken gegen die Vorlage einer ärztlichen Verschreibung eine Tagesration Methadon, die sie unter Aufsicht des Apothekers einnehmen. Mit diesem, in Österreich bewährten Programm, kann zwar die Krankheit meistens nicht geheilt werden, aber mit der kontrollierten, kostenlosen Abgabe von Methadon ist der Kranke nicht gezwungen, sein Geld für die Beschaffung von Drogen auszugeben und so womöglich in die Beschaffungskriminalität abzurutschen.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Apothekerkammer

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