Niederösterreichs Tischer-Lehrlinge waren nicht zu schlagen

Christian Zant, Andreas Riedler und Hannes Hirschbichler beim 39. Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler Bundessieger

Wien (PWK) - Niederösterreichs Tischler-Lehrlinge waren beim 39. Bundeslehrlingswettbewerb in Graz nicht zu schlagen. Christian Zant (1. Lehrjahr) und Andreas Riedler (2. Lehrjahr) wurden nicht nur Bundessieger im jeweiligen Lehrjahr, sondern gewannen mit ihrem Kollegen Manfred Trauner mit 19.638 Punkten auch die Länderwertung vor der Steiermark mit 19.373 Punkten und Tirol mit 18.957 Punkten. Im dritten Lehrjahr gewann Hannes Hirschbichler aus Salzburg. Hannes Hirschbichler ist übrigens kein "unbeschriebenes Blatt" mehr. Der Salzburger gewann bereits 1997 im 2. Lehrjahr den Wettbewerb. ****

Zweiter im ersten Lehrjahr wurde der Salzburger Johann Mangelberger vor Michael Lorber aus der Steiermark. Bei den Lehrlingen im 2. Lehrjahr erreichte Robert Leitner aus der Steiermark die "Silbermedaille" vor Fredy Maier aus Vorarlberg. Der Tiroler Jakob Tabernig belegte im 3. Lehrjahr Rang 2 vor Martin Grabner aus der Steiermark.

In der Festhalle der Grazer Messe International mußten die Sieger der Landeswettbewerbe ihr ganzes Können aufbieten um in der vorgegebenen Arbeitszeit die Wettbewerbsstücke herzustellen. Die Stücke wurden auch diesmal wieder aus einem Stückepool gelost. Die Teilnehmer erfuhren erst kurz vor dem Wettbewerb, daß sie eine Briefablage (1. Lehrjahr), einen Schemel (2. Lehrjahr) und eine Spielschatulle (3. Lehrjahr) anfertigen mußten. Bewertet hat die Jury aus Experten der Lehrlingsausbildung vor allem die Maßgenauigkeit, Ausführungsqualität, Holzverbindung und Oberfläche des Werkstücks. Weiters entschieden die benötigte Arbeitszeit und Kenntnisse über in-und ausländische Holzarten über einen Platz auf dem "Stockerl".

"Gute Ausbildung ist heute wichtiger denn je. Wir Tischler sind bereit, lernwilligen und lernfähigen jungen Menschen das Rüstzeug für eine erfolgreiche Berufslaufbahn zu vermitteln und sichere Arbeitsplätze zu bieten." betonte Jakob Oberer, Bundesinnungsmeister der Tischler, in seiner Festansprache. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, daß trotz einiger gesetzlicher Verbesserungen die Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung von Lehrlingen nach wie vor nicht stimmten. Es sei daher hoch an der Zeit, offene Punkte wie die Verlängerung der Probezeit, die Verkürzung der Behaltepflicht sowie die unbürokratische Lösbarkeit eines Lehrverhältnisses bei mangelnder Eignung oder Lernbereitschaft einer Lösung zuzuführen.

"Das Erlernen und das Lehren eines Lehrberufes muß sich für Lehrling und Meister lohnen, es muß beiden Freude bereiten, dann wird es keine arbeitslosen Jugendlichen geben und dann ist der Bestand unseres leistungsfähigen Handwerkes gesichert", präzisierte Oberer die Forderungen des Tischlerhandwerks vor den anwesenden Ehrengästen und vor den 350 Festgästen.
(Schluß) MH

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