Vollversammlung der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer:

Resolution zu Agenda 2000 beschlossen

St.Pölten (NLK) - Im Zeichen großer Weichenstellungen stand
die Vollversammlung der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, die heute vormittag in St.Pölten stattfand: Erstmals wurde die alljährliche Vollversammlung im neuen Großen Sitzungssaal des NÖ Landtages in St.Pölten abgehalten, wenige hundert Meter davon wird das neue Gebäude der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer in St.Pölten errichtet und soll in wenigen Monaten bezugsfertig sein. Die Vollversammlung stand aber auch im Zeichen des Konzeptes "Agenda 2000" der Europäischen Kommission. In einer Resolution fordert die Vollversammlung, die Reformvorschläge unter der österreichischen Präsidentschaft so zu adaptieren und entscheidungsreif zu machen, daß sie dem europäischen Modell einer multifunktionalen, flächendeckenden und wettbewerbsfähigen bäuerlichen Landwirtschaft gerecht werden. Vor allem sollen bestehende
Wettbewerbsverzerrungen im Betriebsmittelbereich vermieden und die Vorsteuerpauschale für pauschalierte landwirtschaftliche Betriebe von 10 auf 12 Prozent angehoben werden. Man ist der Ansicht, daß die Abgrenzung der für das europäische Schutzgebietsnetz "Natura 2000" aufgrund unzureichender Daten erstellt wurde und daß eine
mit allen Bundesländern abgestimmte österreichweite Gesamtmeldung abzugeben sei. Die Vollversammlung fordert ferner die Ärztevertretung auf, den Krankenschein für Bauern ab 1. Juli 1998 anzuerkennen.

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll zeigte sich erfreut über die Tradition, daß die bäuerliche Standesvertretung ihre Vollversammlungen im Landtagssitzungssaal abhalte, und dies sei Symbol für die Verbindung zwischen Landwirtschaft und dem Land Niederösterreich. Er vertrat die Ansicht, daß die Bauernschaft auch unter geänderten europäischen Bedingungen eine tragfähige Säule der Wirtschaft bleibe. Die Herausforderungen, die auf die Bauernschaft Niederösterreichs durch die europäische Landwirtschaftspolitik zukommen, würden Chancen bieten, aber auch Verpflichtungen mit sich bringen. Auch im Bereich der
Landwirtschaft müsse man sich eine realistische Sicht bewahren.
Die Osterweiterung, vom Papst bei dessen Österreich-Besuch auch
als "Europäisierung" bezeichnet, werde kommen, allerdings nicht schon morgen. Die Voraussetzungen in den Reformstaaten müssen erst geschaffen werden, auch Österreich habe jahrelang über die Aufnahme in die EU verhandelt. Er halte einen Beitritt der Reformstaaten vor 2008 bis 2010 für unrealistisch. Er sei der Auffassung, daß es Übergangsfristen geben müsse, um ein harmonisches Zusammenwachsen Europas auch im landwirtschaftlichen Bereich zu ermöglichen, schloß der Landeshauptmann.

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