Schon über 100 000 Flüchtlinge im Kosovo

Wien, 23. 6. 98 (car-pd) Gerade ist ein österreichischer Caritasmitar-beiter in Albanien eingetroffen, um gemeinsam mit anderen Hilfsorga-nisationen die Hilfe für die Flüchltinge aus dem Kosovo zu koordinie-ren. Die Caritas hat für Nothilfe für Kosovo-Flüchltinge in Albanien er-neut 500 000 Schilling bereitgestellt.

In der letzten Woche ist die Gewalt im Kosovo weiter eskaliert. Bei An-griffen serbischer Polizei- und Militärkräfte auf mehrere Dörfer gab es Dutzende von Toten. Das Dorf Junik an der Grenze zu Albanien, das bisher als Auffanglager für Flüchtlinge aus den umliegenden Regionen diente, wurde heftig bombardiert und dabei größtenteils zerstört.

Aufgrund der systematischen Vertreibung durch die Serben mußten Tausende von Kosovo-Albanern ihre Heimatorte verlassen und befin-den sich auf der Flucht. Die größte Zahl dieser Menschen - nach Infor-mationen der Caritas sind es über 100.000 Personen - findet Aufnah-me bei Verwandten und Freunden in anderen Orten des Kosovo. Doch gehen dadurch die ohnehin knappen Lebensmittelvorräte der Gastfa-milien rasch zu Ende.

Die Caritas hat heuer über zwei Millionen Schilling für den Kosovo zur Verfügung gestellt und davon über eine Million für Flüchtlingshilfe. Im Kosovo selbst versorgt die Caritas die betroffenen Familien mit lebens-notwendigen Nahrungsmitteln wie Bohnen und Speiseöl, mit Kleidung, Decken und Hygieneartikeln.

Neben den Inlandsvertriebenen, die im Kosovo bleiben, versucht eine wachsende Zahl von Menschen über die Berge ins benachbarte Alba-nien zu gelangen. Dabei handelt es sich vor allem um Frauen und Kin-der. Insgesamt sollen sich schon 15.000 Flüchtlinge in Albanien aufhal-ten - die meisten davon in der Stadt Tropoje. Sie werden ebenfalls zu einem großen Teil von Verwandten und Freunden aufgenommen. Da
die Gebirgsregion des nördlichen Albanien sehr arm ist, können die Kriegsflüchtlinge kaum angemessen versorgt werden. Außerdem sind viele Flüchtlinge vom langen Marsch und durch Mangelernährung völlig erschöpft; viele benötigen medizinische Hilfe.

Die Caritas bittet dringend um Spenden: PSK 7 700 004
Kennwort "Flüchtlinge Kosovo"

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