Out of actions TOM MARIONI LECTURE UND PERFORMANCE

Wien (OTS) - A Social Action nennt TOM MARIONI seine Performance, die er am 25. Juni 1998 um 19.00 Uhr anläßlich der Ausstellung out of actions - Aktionismus, Body Art & Performance 1949-1979 im MAK-Vortragssaal zeigt. Tom Marioni war als Kurator des Richmond Art Center von 1968 bis 1971 und Gründer des Museums für Conceptual Art in San Francisco 1970 maßgeblich daran beteiligt, der eigenständigen, psychologisch und politisch geprägten, konzeptorientierten Performance-Kunst der Bay Area Anerkennung zu verschaffen. Am bekanntesten wurde Marioni durch seine Performance The Act of Drinking Beer with Friends is the Highest Form of Art, einem Event, den Marioni 1970 im Oakland Art Museum organisiert hat. Für einen Abend lud er eine kleine Gruppe von Freunden ins Museum zum Biertrinken ein. Die Arbeit bestand aus den Aktivitäten Biertrinken und Reden. Die zurückgebliebenen leeren Bierdosen, Zigarettenkippen, das geschmolzene Eis usw. wurden einen Monat lang als Dokumentation des Events ausgestellt. Um 1972 entwickelte Marioni eine Methode, Geräusche als skulpturales Material einzusetzen. Rhythmische Schläge mit Trommelschlegeln auf Papier ergaben beispielsweise eine Zeichnung, die als Aufzeichnung einer Aktion gelten konnte.

A Social Action wurde 1982 im Intersection Theater in San Franciso gezeigt. Marioni erscheint, einen Plattenspieler und eine Aktentasche tragend, auf einer nahezu leeren Bühne. Er stellt den Plattenspieler auf einen kleinen Tisch, nimmt ein Tischtuch aus der Aktentasche, breitet es über einem großen Tisch aus und zieht einen Vorhang weg, hinter demein bis zum Rand mit Bierflaschen gefüllter Kühlschrank sichtbar wird. In Folge nimmt Marioni ohne Eile verschiedene Gegenstände aus der Aktentasche, betätigt den Plattenspieler, bearbeitet die Wand mit Schmirgelpapier, schreibt mit gelber Kreide CAFE an die Wand. In dem Moment jedoch, als er ein kleines gerahmtes Bild an die Wand hängt, wird plötzlich deutlich, daß etwas Dramatisches geschehen ist: durch einfachste Mittel transformiert Marioni die psychologische Dimension des Raumes von einer neutralen tabula rasa in einen intimen Raum, in dem ein Künstler arbeitet und weiter in einen öffentlichen Raum, der die Stimmung eines North Beach Cafes, das eben die Türen geöffnet hat, vermittelt. Die Performance endet mit Marionis Einladung an das Publikum, mit ihm auf der Bühne ein Bier zu trinken. In diesem Moment gibt Marioni der Dimension der Realität eine weitere Wendung und macht die Zuseher, indem er die Szene vom Zuschauerraum aus fotografiert, zu Performern.

25. Juni Tom Marioni, Lecture und Performance, MAK-Vortragssaal, 19.00 Uhr

30. Juli John Duncan, Konzert, 19.00 Uhr

JuliFranz Erhard Walther, Barbara T. Smith, John Latham

September Jean-Jacques Lebel, Gustav Metzger

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