PTA-Vorstand verweigert Verhandlung

Wien (OTS) - Als zuständige Personalvertretung für alle Postbediensteten für Wien, Niederösterreich und Burgenland möchten wir Sie, über die Vorgänge in unserem Unternehmen informieren.

Bei der Ihnen bekannten Verhandlung am 25. Mai 1998 hat der Vorstand der PTA für die Klärung der Personalsituation in Wien, Niederösterreich und Burgenland eine Verhandlungsrunde für den 19. Juni 1998 anberaumt.

Heute um 11.00 Uhr fand nun diese Runde unter der Vorsitzführung von Generaldirektorstellvertreter Dr. Johannes Ditz und in Anwesenheit von Vorstandsdirektor Martinek, statt. Nachdem man bereits nach 10 Minuten nicht mehr bereit war, so die Aussage von Dr. Ditz, über unsere Probleme zu diskutieren, geschweige denn, zu verhandeln, haben wir beiliegenden Forderungskatalog mit dem Ultimatum 26. Juni 1998, 12.00 Uhr den Vorstandsvertretern übergeben und den Verhandlungstisch verlassen.

So kann man mit den Interessen von etwa 15.000 Kolleginnen und Kollegen schlicht und einfach nicht umgehen.

Etwa 1.000 fehlende Arbeitskräfte in unserem Bereich sind das Ergebnis eines konzept- und planlosen Werkens eines Vorstandes, der sich der Verantwortung für unsere Bediensteten und für unser Unternehmen scheinbar nicht bewußt ist.

Nach dem 26. Juni 1998 sind für uns alle gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen denkbar.

FORDERUNGSKATALOG FÜR DIE VERHANDLUNG am 19.6.1998 in der Direktion Wien, betreffend der Personalsituation für den Postdienst in Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Der Personalausschuß Post fordert von der Unternehmensleitung die Erfüllung folgender Punkte für den Bereich Wien, Niederösterreich und Burgenland:

1. Zur ordentlichen Abwicklung des Dienstbetriebes sind folgende personelle Maßnahmen erforderlich:

a) Sämtliche, befristet aufgenommen Bediensteten (ausgenommen reine UEK oder KEK) sind in den Dauerstand zu übernehmen. Dies gilt sowohl für ABGB als auch für sonstige Befristungen.

b) Da das Briefverteilzentrum Ost erst Mitte 2000 in Betrieb gehen soll, verlangen wir die Aufnahme von 200 befristeten Kräften für die Umleitungen 1150 und 1103.

c) Seit Mai 1996 haben wir über 300 Bedienstete an die Generaldirektion, IS, Mobilkom, sonst. Telekomdienststellen und die Regionalleitungen aus dem Postbetriebsdienst abgegeben, ohne dafür ein dementsprechenden Ersatz bekommen zu haben. Wir verlangen die Aufnahme von diesen 300 Bediensteten im fachtechnischen Bereich.

d) Wie wir in Erfahrung bringen konnten sind die für die Neuorganisation des Zustelldienstes in Wien notwendigen Betriebsmittel erst Ende Oktober verfügbar, sodaß, aufgrund des dann bereits voll laufenden Weihnachtsverkehrs, die Umstellung der 11 geplanten Postämter erst nach dem Jahreswechsel möglich ist. Wir verlangen daher zusätzlich die Aufnahme von 110 befristeten Bediensteten um den Dienstbetrieb in diesem Jahr abwickeln zu können.

e) Des weiteren fordern wir, daß ab sofort die Ermächtigung erteilt wird, daß frei werdende oder 1998 frei gewordene Arbeitsplätze nachbesetzt werden. Ausgenommen sind nur jene Arbeitsplätze, die durch tatsächliche Strukturanpassungsmaßnahmen weggefallen sind oder wegfallen werden.

2. Allen Vorruhestandskandidaten muß der Vorruhestand zum zugesagten Termin ermöglicht werden.

Als spätesten Termin für Ihre Entscheidung haben wir den

26. Juni 1998, 12.00 Uhr

vorgemerkt.

Sollten unsere unabdingbaren Forderungen bis zu diesem Termin nicht zugesagt werden, so werden wir zu gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen greifen.

Für den Personalauschuss POST

Alfred Kunze
Obmannstellvertreter

Gerhard Fritz
Obmann

Ignaz Gattringer
Obmannstellvertreter

Rückfragen & Kontakt:

Obmann des PAP-Wien
Tel.: 0664/341 86 42

Gerhard FRITZ

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