Befreiter Kamp an neuen, alten Ufern

LR Bauer: NÖ wieder um ein Stück Natur reicher

St.Pölten (NLK) - Am Mittwoch fiel mit einem Spatenstich der Startschuß für das erste niederösterreichische Revitalisierungsprojekt im Rahmen der Initiative "Lebende Flüsse" des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, des Bundesminsteriums für Umwelt, Jugend und Familie und des WWF.
Damit ist ein Anfang gemacht für das Ziel, bis zum Jahr 2000 österreichweit 500 Kilometer Flußstrecken zu revitalisieren. Der erste dieser befreiten Flüsse an neuen, alten Ufern wird damit der Kamp, der nahe der Ortschaft Grunddorf östlich von Krems durch die Anbindung von drei Altarmen wieder in sein altes Bett geleitet
wird, damit mehr Freiraum erhält und wieder frei fließen darf.

Anläßlich des Spatenstiches erklärte Naturschutz-Landesrat Dr. Hannes Bauer, daß es es sich dabei um ein Pilotprojekt handle, auf das weitere folgen sollen: "Niederösterreich ist berühmt für seine naturnahen Flußlandschaften - und mit dem heutigen Spatenstich zur Altarmeinbindung am Kamp werden wir wieder um ein Stück reicher." Das wasserbauliche Projekt mit einem Budget von 4 Millionen Schilling wird von der Abteilung Wasserbau, Regionalstelle 1 der
NÖ Landesregierung durchgeführt. Dipl. Ing. Karl Dimmel vom Amt der NÖ Landesregierung erklärte dazu, daß der Kamp bis in die sechziger Jahre hinein ein frei mäandrierender Tieflandfluß war, dessen Steilwände, Schotterbänke und Altarme vielen Tier- und Pflanzenarten ausreichend Lebensraum geboten hätten.

Nach Einsetzen einer harten Regulierung vor etwa dreißig Jahren drohte aus dem lebenden Kamp ein Kanal zu werden, an dem
Kraftwerke und intensive landwirtschaftliche Nutzung immer mehr Lebensräume zerstörten. Moderner Schutzwasserbau sieht aber keine linearen Regulierungen mehr vor, ökologisch verträgliche und trotzdem sichere Maßnahmen wie Freihaltung von Überflutungsräumen und Hochwasserrückhalt haben heute Vorrang. Dementsprechend soll der Fluß wieder durch seine ehemaligen Mäander fließen. Durch die Rück-Anbindung der drei inzwischen fast verlandeten Flußarme an den Kamp und die Erholungsfähigkeit der Natur sollte es nicht
allzu lange dauern, bis z.B. Eisvögel, verschiedene Libellen und Fischarten hier eine neue Heimat finden.

Weitere Informationen unter der Telefonnummer 07114/273327 zum Ortstarif.

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