Liebscher: Österreich ist auf die WWU gut vorbereitet

Wichtige Funktionen der nationalen Notenbanken im ESZB - Wiener Schüler präsentierten den "Freuroman" in der WKÖ

Wien (PWK) - Berichtigte Wiederholung der OTS-Meldung 181

"Die Österreichische Nationalbank ist auf die
Europäische Währungsunion bestens vorbereitet", erklärte Nationalbankpräsident Klaus Liebscher Mittwoch in einem Vortrag vor dem Club Euro in der Wirtschaftskammer Österreich. Er sei optimistisch, daß dies auch auf die österreichische Banken- und Wirtschaftswelt zutrifft. Der Übergang zur europäischen Einheitswährung sei für Österreich kein plötzliches Ereignis, sondern ein seit langem bekannter und erwarteter Schritt. ****

Liebscher präzisierte die Funktionen der nationalen Notenbanken im Rahmen des Europäischen Zentralbankensystems (ESZB): Mitbestimmung, Durchführung der operativen Geschäfte, Schnittstelle zwischen gemeinsamer und nationaler Politik und Miteigentum an der Europäischen Zentralbank (EZB).

"Grundsätzlich werden die Entscheidungen des ESZB zentral getroffen - die Durchführung ist hingegen dezentral", sagte Liebscher. Für die Entscheidungen ist der Rat der EZB
zuständig. Die Durchführung obliegt den nationalen Notenbanken.

Die im EZB-Rat vertretenen nationalen Notenbankchefs verfügen jeweils über eine Stimme, unabhängig von der Größe ihres Landes. Sie sind den gemeinsamen europäischen Zielen verpflichtet und können keine nationalen Interessen vertreten. Liebscher: "Sie haben Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, nicht gegenüber der Politik". Ihrer Unabhängigkeit komme daher ein hoher Stellenwert zu.

Die nationalen Notenbanken sind die "operativen Arme" der EZB, sagte Liebscher. Sie hätten die Geschäfte der EZB (von open market bis Banknotendrucken und -verteilen) in ihrem Land durchzuführen. Eine wichtige Aufgabe der Notenbanken liege auch in der Kommunikation mit Politik und Bevölkerung des Landes, insbesondere in der Information über die EZB-Währungspolitik.

Die EZB ist Eigentum der Notenbanken der elf WWU-Teilnehmerländer, die sie mit einem Gesamtkapital von 70 Mrd S ausstatten, erklärte Liebscher weiters. Die Notenbanken haben Anspruch auf Kapitalgewinn. Die OeNB trägt mit 1,6 Mrd S zum EZB-Kapital bei.

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Mag. Rainer Newald

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