Hologramme - Datenspeicher der Zukunft

München (ots) - Sind die Magnetspeicher bald am Ende? Das Fassungsvermögen herkömmlicher Computer-Festplatten wächst zwar noch immer in großen Schritten, aber früher als bislang erwartet dürften die magnetischen Speicher an ihre physikalischen Grenzen stoßen. Die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen. Hologramme könnten zum Datenspeicher der Zukunft werden, berichtet das Computermagazin CHIP in seiner aktuellen Ausgabe.

"Hologramme könnten auf engstem Raum Trillionen von Bytes speichern", erläutert Rainer Grabowski, Chefredakteur der CHIP: "Auf einem kleinen Hologrammwürfel hätten 500 Millionen Schreibmaschinenseiten Platz. Er würde damit Tausende von Gigabyte-Festplatten ersetzen." Dazu speichern Laser in einem geeigneten optischen Material - üblicherweise Kristallen -elektronische Muster als Seiten ab. Auf einer Seite finden Millionen von Bits Platz, auf ein Medium in der Größe einer Münze passen Tausende solcher Seiten.

Mindestens so faszinierend sind die superschnellen Zugriffsmöglichkeiten: Alle auf einer Seite gespeicherten Informationen können gleichzeitig abgerufen werden. Selbst das gleichzeitige Speichern und Auslesen ist möglich. Das Resultat sind Datentransferraten von mindestens ein Gigabit pro Sekunde (Festplatte: ca. 60 Megabit pro Sekunde). Die Zugriffszeiten liegen unter einer Millisekunde (Festplatte: ca. 18 Millisekunden).

Bis holographische Massenspeicher Serienreife erlangen, werden jedoch "noch etliche Jahre vergehen", prognostiziert Grabowski. Derzeit steckt die zukunftsweisende Technologie noch in den Kinderschuhen, obwohl im IBM-Forschungszentrum Almaden - wo vor über 40 Jahren auch die Festplatte erfunden wurde - in jüngster Zeit einige Erfolge zu verzeichnen waren. Noch bedecken die Versuchsaufbauten ganze Tische. Optische und elektronische Bauteile, die im Zusammenspiel gerade einmal die Leistungen gängiger Festplatten erreichen, kosten mehrere Millionen Dollar. "Wie schnell wir die ersten holographischen Speicher in der Praxis sehen, vermag heute noch niemand zu sagen", gibt der CHIP-Chefredakteur zu bedenken, "aber angesichts des ungeheuren Speicherpotentials könnten sie eine große Zukunft haben."

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