AK verlangt umweltverträgliche und ökonomisch sinnvolle Altauto- und Elektronikschrott-Entsorgung

Fehler, die bei der Verpackungsverordnung gemacht wurden, müssen vermieden werden

Wien (OTS) - "Geht es nach den Vorstellungen der AK, so sollten künftig für die Behandlung von Elektroschrott und Altautos auf EU-Ebene anspruchsvolle technische Standards klar geregelt werden.
Die Umsetzung sollte aber im Wettbewerb erfolgen und nicht im Weg eines Pool-Systems wie bei der Verpackungsverordnung," sagte Wolfgang Lauber, stellvertretender Leiter der AK Umwelt- und Verkehrsabteilung heute, Donnerstag, bei der AK-Tagung "Abfallpolitik und Konsumenteninteressen". In einer EU Richtlinie werden für die Verwertung von Elektroschrott und Altautos
nationale Rücknahmesysteme vorgeschlagen. Solche Systeme bringen ökonomisch und ökologisch keinerlei Nutzen, erklärt die AK. Die Erfahrungen mit der Verpackungsverordnung haben dies deutlich veranschaulicht. ****

Jährlich fallen in Österreich rund 180.000 Altautos und 80.000 Tonnen Elektroaltgeräte zur Entsorgung an. Nur ein Teil davon geht umweltmäßig akzeptable Wege. Denn Altautos und Elektroschrott enthalten auch Schadstoffe, die keinesfalls in die Umwelt gelangen sollen. Kürzlich hat die EU Kommission Vorschläge zu einer Neureglung für die Verwertung von Altfahrzeugen und Elektroschrott vorgelegt. Nach den Entwürfen müßten nationale Rücknahmesysteme für Altautos und Elektroschrott - ähnlich jenem für die Verpackungen -, errichtet werden.

AK gegen nationale Rücknahmesysteme
"Flächendeckende Rücknahmesysteme, ähnlich wie sie für die Verpackungen bestehen, sind keine zukunftsweisende Lösung," erklärt Wolfgang Lauber, stellvertretender Leiter der AK Abteilung Umwelt und Verkehr heute, Donnerstag, bei der internationalen AK Veranstaltung Abfallpolitik und Konsumenteninteressen. Auch die
von der AK immer wieder kritisierte Verpackungsverordnung hat
weder zu einer ökonomisch noch ökologisch sinnvollen Lösung geführt: Monopolbildungen, Intransparenz bei der finanziellen Gebarung, fragwürdige Kosten-Nutzen-Relationen, fehlende ökologische Steuerungswirkungen, viel zu hoher Regulierungsaufwand und zu hohe Kosten für die Konsumenten.

Das heißt aber nicht, daß die derzeitige Behandlung von Altautos und Elektronikschrott optimal verläuft: Für Altautos gibt es zwar eine freiwillige Vereinbarung zwischen Wirtschaftskammer, Umwelt-und Wirtschaftsministerium. Wie die Praxis zeigt, sind solche Vereinbarungen aber nicht in der Lage, verbindliche öffentlich-rechtliche Regelungen für Entsorgungsstandards zu ersetzen. Bisher hat sich die Wirtschaft gegen eine verbindliche Regelung
quergelegt und auf Deregulierung gepocht. Sie geht damit weit über die Position der europäischen Automobilhersteller hinaus.
Der EU-Entwurf enthält zwar vage Aussagen zu den technischen Standards, dafür aber genaue Zahlen zu Recyclingquoten, die
erzielt werden müssen. Nach Ansicht der AK müßte die Schwerpunktsetzung umgekehrt sein: Ob etwa Kunststoffe aus
Altautos mehrheitlich stofflich oder mehrheitlich thermisch verwertet werden, sollte Ergebnis des ökonomischen Wettbewerbs der Behandlungspfade sein. Denn nicht die Kunststoffverwertung der abgewrackten Autos ist für die CO2-Emissionen relevant, sondern immer noch der Treibstoffverbrauch der fahrenden Autos.
Entscheidend ist dagegen, daß Schadstoffe mit Hilfe
anspruchsvoller technischer Standards von der Umwelt ferngehalten werden.

Für eine künftige Elektroaltgeräte-Regelung ist auch darauf Bedacht zu nehmen, daß mit der Umsetzung der anspruchsvollen Deponieregelungen - ab dem Jahr 2004 darf kein unbehandelter Restmüll mehr deponiert werden - beträchtliche Kosten auf die Kommunen und damit auch auf die Konsumenten zukommen werden. Es
ist daher eine koordinierte Umsetzung dieser Regelungen notwendig.

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