Bundesarbeitskammer: Hauptversammlung fordert Qualifizierungsoffensive

Weiterbildungsbeteiligung muß gesteigert werden

Blumau (OTS) - Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer
fordert von der Bundesregierung die rasche Umsetzung der bildungspolitischen Maßnahmen aus dem Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung. Diese Qualifizierungsoffensive soll neben einem ausreichenden Angebot an Erstausbildungsplätzen für Jugendlichen auch eine Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung sichern. Auf Antrag der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) verlangt die Hauptversammlung vor allem den Ausbau der Kapazitäten im Bereich der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und das kostenlose Nachholen des Pflichtschulabschlusses an öffentlichen Schulen. Darüberhinaus soll während der Bildungskarenz die Teilnahme an allen berufsbezogenen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ermöglicht werden.****

Die Einigung der Koalitionsparteien und der Sozialpartner sei ein großer Schritt zur Verwirklichung des Rechts auf Ausbildung. Die entsprechenden Regelungen müssen noch vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden.

Die Hauptversammlung kritisiert an den berufsbildenden Schulen die hohe Abbrecherquote, das im gesamten Schulsystem einzigartige Repetierverbot für Erstklassler und die hohe Zahl der Abweisungen von SchülerInnen, die die Aufnahmevoraussetzungen mitbringen. Dadurch würde auch der Lehrstellenmarkt zusätzlich belastet. Ein Ausbau der Schulplätze könnte entscheidend zur Verbesserung der derzeitigen Situation betragen. Die Bundesarbeitskammer fordert daher vom Unterrichtsministerium umgehend die Zuteilung von zusätzlichen Lehrerstunden.

Weiters verlangt die Hauptversammlung, daß rasch die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Bundesländer Jugendlichen bis 18 Angebote bereitstellen können, den Pflichtschulabschluß an öffentlichen Schulen kostenlos nachholen zu können. Eine fundierte Berufsorientierung und ein positiver Pflichtschulabschluß sind heute wesentliche Elemente einer Grundqualifizierung und faktisch Vorbedingung bei der Lehrstellensuche.

Die Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt erhöhen sich durch eine Qualifikationsanhebung erheblich. Die Bundesarbeitskammer fordert daher die Schaffung von Rahmenbedingungen, um eine
Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen - insbesondere für Arbeitnehmer mit geringerer Grundqualifikation - zu erleichtern.

Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer fordert auch, daß während der Bildungskarenz die zulässigen Bildungsinhalte nicht auf reine Fortbildungsmaßnahmen, die auf bereits vorhandene berufliche Qualifikationen aufbauen, beschränkt bleiben. Lebensbegleitendes Lernen unterscheidet immer weniger zwischen
Aus- und Weiterbildung, zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung. Um die Arbeitsmarktchancen und die berufliche Mobilität der ArbeitnehmerInnen zu erhöhen, soll daher die Teilnahme an sämtlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ermöglicht werden.

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