Schweizer Bundesrat: "Sekten" kein Problem

Keine Notwendigkeit von Maßnahmen gegen Scientology und andere Gemeinschaften

Wien (OTS) - Nach einem Bericht des "Tages-Anzeiger" sieht der Schweizer Bundesrat kein Problem in Zusammenhang mit "Sekten" und wird auch keine Maßnahmen treffen wie z.B. die "Überwachung" von Scientology oder die Einrichtung eine parlamentarische Enquete Kommission. Dies teilte der schweizer Bundesrat in einer Beantwortung einer parlamentrischen Anfrage der Sozialisten mit.

Der Bundesrat weist in der Beantwortung darauf hin, dass die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Vereinsfreiheit in der Schweiz verfassungsmäßige Rechte sind und jedem zustehen. Was Scientology betrifft, so der Bundesrat, habe es keine Anzeichen dafür gegeben, dass eine "Unterwanderung" in irgendeiner Form staatfindet und das die Konsultative Staatsschutzkommission bereits 1997 erklärte, eine "Überwachung" von Scientology nicht notwendig sei.

"Für den Bundesrat ist es ein wichtiges Anliegen, die kulturelle und konfesionelle Vielfalt der Schweiz zu respektieren. Falsch wäre es jedenfalls, wenn man derartigen Gruppierungen, die unter Umständen nichts miteinander zu tun haben, pauschal kritisieren würde; jede Kritik muss sich auf bestimmte Gruppen und auf bestimmte Tatsachen stützen und darf nicht einfach aus Verallgemeinerungen über "Sekten" abgeleitet werden", so der Bundesrat in der Fragebeantwortung.

"Die österreichischen Inquisitoren Bartenstein und Co können sich an der Schweiz ein Beispiel nehmen und Nachhilfeunterricht in Sachen Religionsfreiheit erhalten", kommentierte Scientology- Sprecher Andreas Böck die Erklärung des Schweizer Bundesrates.

Auch in Deutschland hat bereits ein Umdenken und eine scharfe Kritik an der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages stattgefunden. Erst letze Woche veröffentlichte eine Gruppe namhafter Professoren (Staatsphilosoph Hermann Lübbe, Ex- Bundesminister Hans Apel) einen Appel an die Öffentlichkeit, in der die deutsche Enquete-Kommission "Sekten" scharf kritisiert wird. Der "Spiegel" berichtete in Bezug auf den bevorstehenden Abschlußbericht der über zwei Millionen DM teuren Kommission von einem "wirrem Konglomerat aus Banalitäten, Widersprüchen und bedenklichen Empfehlungen". Im "Kindergarten der Exorzisten", so der Spiegel, hatten "zwei eifrige Verfolger der Scientologen die Kommission durch heftige Propaganda überhaupt erst zum Leben erweckt: die SPD-Abgeordnete Renate Rennebach, Mitglied der evangelischen Synode, und die Hamburger Sektenbeauftragte Ursula Caberta".

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