Umweltfreundliche Härtungsverfahren für Lacke und Klebstoffe Präsentation der Ingenieurprojekte der HBLVA für Chemische Industrie im Forschungszentrum Seibersdorf

Wien (OTS) - Die Bestrebungen zur Verminderung des bodennahen
Ozons, die Reduzierung der Emission von Treibhausgasen sowie die Tendenz zur Einsparung von Primärenergie haben der UV-induzierten Polymerisation als Härtungsmethode ("UV-Härtung") für Lacke und Klebstoffe in den letzten Jahren zu vermehrten Steigerungsraten verholfen (10 - 15 % pro Jahr). Diese lösungsmittelfreien Systeme werden unter geeigneten UV-Lampen zu qualitativ hochwertigen Schichten verfestigt. Durch den Einsatz des UV-Lichtes als Energieträger wird die Energie gezielt in der zu härtenden Schicht deponiert und damit ein kontrollierter Energieeinsatz ermöglicht.

Zu diesem aktuellen Thema wurden im Forschungszentrum Seibersdorf zwei Ingenieurprojekte in Kooperation mit der Höheren Bundes-Lehr-und Versuchsanstalt für Chemische Industrie "Rosensteingasse", Abteilung für Oberflächentechnik, durchgeführt.

Eine Arbeit befaßte sich mit dem Einfluß von Pigmenten auf die Härtbarkeit von Lackschichten, wobei die Zusammenhänge zwischen Initiatortyp und Konzentration einerseits sowie Pigmentart andererseits untersucht wurden. Dabei wurden konzentrationsabhängige Grenzschichtdicken ermittelt, innerhalb welcher eine ausreichende Aushärtung erfolgt.

Die zweite Arbeit hatte eine Kombination von UV- und thermischer Härtung zum Ziel, wobei wiederum lösungsmittelfreie Systeme durch eine partielle UV-Härtung ein handlingfähiges Halbzeug ergeben, das erst zu einem späteren Zeitpunkt beim Endanwender in einem thermischen Schritt den gewünschten Polymerisationsgrad erreicht. Es konnte gezeigt werden, daß dieses Ziel durch eine Kombination von Bindemittelkomponenten mit geeigneten Initiatoren erreichbar ist.

Ein weiteres Projekt hatte Probemstellungen Fragestellungen zu einem modernen Oberflächenanalyseverfahren (GDS) zum Inhalt. Das ursprünglich für leitende Materialien angewendete Verfahren zur quantitativen Analyse von Schichten wurde für semileitende Oberflächen adaptiert. Die Ergebnisse erbrachten den Beweis, daß unter definierten Parametern in Abhängigkeit von der Zusammensetzung gut reproduzierbare Ergebnisse erhalten werden können.

Diese einjährigen Projekte wurden am Donnerstag, den 4. Juni 1998 im Forschungszentrum Seibersdorf in einer mehrstündigen Veranstaltung präsentiert. In Anwesenheit von Vertretern der Lehranstalt unter Führung von Hr. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Manfred Klebel stellten die angehenden Ingenieure ihre Arbeiten vor. Das hohe Niveau der vorgestellten Arbeiten wurde von Dr. Ferdinand Koch, Bereichsleiter für Verfahrens- und Umwelttechnik im Forschungszentrum Seibersdorf, ausdrücklich hervorgehoben.

Besonders wies Dr. Erich Kny, Bereichsleiter für Werkstofftechnik im Forschungszentrum Seibersdorf, auf die bereits langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der "Rosensteingasse" hin. Diese Form der Kooperation zwischen der größten außeruniversitären Forschungseinrichtung D6sterreichs einerseits und der HBLVA andererseits wird auch in den nächsten Jahren fortgeführt und stellt für junge Menschen nicht nur einen bedeutenden Schritt in der Ausbildung dar, sondern soll auch den Einstieg in das Berufsleben erleichtern.

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Ing. Peter Sattler, D6sterr. Forschungszentrum
Seibersdorf, Tel: 02254 - 780 - 3308
E-Mail: peter.sattler@arcs.ac.at

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