Weiterbildungsinteresse stark steigend

Bereits über 100.000 TeilnehmerInnen am Berufsförderungsinstitut

Wien (OTS) - Der Trend zur Weiterbildung hält an. Am Berufsförderungsinstitut (bfi) der AK und des ÖGB wurden 1997 bereits über 100.000 Teilnahmen gezählt: Exakt 101.474 Bildungshungrige nahmen an den 10.067 bfi-Veranstaltungen teil. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent. "Damit stellt das bfi nicht nur seine hervorragende Marktposition unter Beweis, sondern wird auch eindrucksvoll die wachsende Bedeutung, die Weiterbildung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich erlangt hat, dokumentiert", unterstreichen die Geschäftsführer des bfi Österreich, Franz-Josef Lackinger und Michael Sturm. Das Geschlechterverhältnis bei den TeilnehmerInnen war österreichweit übrigens ausgewogen: 51% Frauen und 49% Männer.

Arbeit finden - Arbeitsplätze schaffen

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice führt das bfi seit Jahrzehnten Bildungsmaßnahmen für Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen durch und konnte so viel Erfahrung sammeln. Diese und der enge Kontakt zur Wirtschaft werden dazu genutzt, Arbeitslose mit überdurchschnittlich hohem Erfolg wieder in das Erwerbslseben zu integrieren, berufliche Positionen zu festigen oder zu verbessern. Mittels Arbeitsstiftungen, Umschulungen, Facharbeiterintensivausbildungen, Berufsorientierungs- und Berufsfindungskursen werden vielen, die schon lange vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt waren, neue Chancen eröffnet.

Das bfi hilft aber nicht nur beim Arbeitfinden, es hat in der Weiterbildung selbst zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. 1997 hatte das bfi bereits 1.257 Angestellte, um 213 mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus waren rund 5.000 überwiegend Vortragende auf Honorarbasis für das bfi tätig.

Erweiterte Bildungspalette

Neben zahlreichen neuen, zukunftsorientierten Angeboten wie dem Multimedia-Kolleg, dem Europäischen Computerführerschein, dem Zertifikatslehrgang Total-Quality-Management, einem stark erweiterten Fremdsprachen-Programm und den Ausbildungen zur Gesundheitsmoderatorin und zum Gefahrengutlenker haben die bfis im vergangenen Jahr zahlreiche Initiativen gesetzt, Jugendliche beim Berufseinstieg zu unterstützen.

Lehrlingsausbildung

Aufgrund des Lehrstellenmangels beschloß die Bundesregierung im vergangenen Jahr ein Lehrlingspaket, das allen Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungsplatz eröffnen sollte. Daraufhin begannen die Berufsförderungsinstitute in jenen Bundesländern, wo es die größten Defizite an Lehrstellen gab, in Form besonderer selbständiger Ausbildungseinrichtungen (nach § 30 Berufsausbildungsgesetz) Lehrlingsausbildungen durchzuführen. So konnten für etwa 500 Jugendliche, die im Vorjahr keine Lehrstelle gefunden hatten, Ausbildungsplätze geschaffen werden. Daneben fanden für Jugendliche mit Lerndefiziten oder Problemen bei der Berufswahl und -findung Vorbereitungskurse statt, die den Berufseinstieg erleichterten.

"Nach dem derzeitigen Stand sieht es so aus, als würde sich die Situation für die lehrstellensuchenden Jugendlichen im kommenden Herbst nicht entschärfen. Wenn es notwendig sein sollte, werden wir uns im Rahmen des von der Bundesregierung vorgesehenen Auffangnetzes wieder aktiv beteiligen", kündigen Lackinger und Sturm an. "Eine Konkurrenz zum dualen System sind wir damit keinesfalls", betonen die beiden Geschäftsführer, "uns geht es ausschließlich darum, für jene Jugendlichen, die im Herbst keine Ausbildungsplätze finden, zeitlich befristete Übergangslösungen bereitzustellen".

Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung

Mit dem Bundesgesetz über die Berufsreifeprüfung wurde ein wesentlicher Schritt zur Erhöhung der Durchlässigkeit des Bildungssystems gesetzt. Seit September 1997 können LehrabsolventInnen mit positiver Lehrabschlußprüfung und FachschulabsolventInnen einschließlich der Krankenpflegeschulen und der Schulen für den medizinisch-technischen Fachdienst eine vollwertige Matura erlangen. Die Berufsförderungsinstitute starteten in fast allen Bundesländern Vorbereitungslehrgänge, die sehr gut angenommen wurden. Bereits Ende 1997 konnten über 500 TeilnehmerInnen verzeichnet werden. Mittlerweile sind es rund 750 Personen, die sich im bfi auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten.

Internationale Tätigkeit

Durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union kann sich das bfi an den europäischen Bildungsprogrammen Leonardo und Sokrates sowie an den Gemeinschaftsinitiativen im Rahmen des Europäischen Sozialfonds beteiligen. Das bfi nutzt diese Möglichkeiten aus und war 1997 bereits in 19 Projekten als Träger und in noch weitaus mehr als Projektpartner tätig. "Diese transnationalen Aktivitäten fördern durch Austausch nicht nur den europäischen Gedanken, sondern stärken auch unser Innovationspotential in der Weiterbildung, das letztlich wieder den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugutekommt und die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft erhöht", sind Lackinger und Sturm überzeugt.

Qualitätssicherung

Die Sicherung und ständige Weiterentwicklung eines qualitativ hochwertigen Angebots sind in den vergangenen Jahren zu einem bestimmenden Thema in der beruflichen Weiterbildung geworden. Die Berufsförderungsinstitute haben als arbeitnehmerorientierte Einrichtung seit jeher auf die Qualität der Bildungsveranstaltungen und auf eine nachhaltige Qualifizierung der Beschäftigten wie auch der Erwerbslosen Wert gelegt.

Im Zuge der "Qualitätsdebatte" haben die bfi-Landesvereine den Entschluß gefaßt, ihre Bemühungen zur Qualitätssicherung zu dokumentieren und sich nach der internationalen Norm ISO 9001 zertifizieren zu lassen. "Das ist auch gelungen", verkünden stolz die beiden Geschäftsführer des bfi Österreich, "alle bfi-Landesvereine haben erfolgreich interne Qualitätsmanagementsysteme aufgebaut und damit die Zertifizierung erlangt".

Bildungsinformation

Neue Medien und Technologien verändern nicht nur unser privates und berufliches Umfeld, sie ermöglichen auch neue Informationszugänge. Für alle Bildungsinteressierte und -surfer hat das bfi im Internet eine homepage eingerichtet, auf der weitere aktuelle Information abrufbar sind. Die Adresse lautet:
www.bfi.or.at. Das wichtigste Informationsmedium des bfi ist und bleibt aber das Kursprogramm. Im Sommer erscheinen übrigens die Herbstprogramme mit zahlreichen neuen Angeboten. Bestellt werden können die aktuellen Kursprogramme aus jedem Bundesland zum Ortstarif unter der Servicetelefon-Nummer 0660/7007.

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