Penz fordert Kostenentlastung für bäuerliche Betriebe

Wettbewerbsnachteile durch hohe Betriebsmittelkosten und Steuern

Niederösterreich, 17.6.98 (NÖI) Rasche Maßnahmen zur Kostenentlastung der bäuerlichen Betriebe forderte heute NÖ Bauernbunddirektor Johann Penz. Ein Vergleich innerhalb der EU
zeige nämlich, daß die heimischen Bauern sowohl bei den Kosten für die Betriebsmittel als auch steuerlich nach wie vor große Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren EU-Kollegen haben.****

"Im Rahmen der Debatte über die Agenda 2000 wurde in Österreich bislang ausschließlich über mögliche Preissenkungen bei den Agrarprodukten diskutiert. Eine derartige Preissenkung hätte zur Folge, daß sich die Schere zwischen Produkterlös und Betriebskosten weiter öffnet. Für einen Großteil der bäuerlichen Betriebe wäre dies existenzgefährdend. Daher ist es auch notwendig, umgehend eine Kostensenkung im Bereich der
Betriebsmittel in Angriff zu nehmen", sagte Penz. So hätten die österreichischen Bauern im Vergleich zu ihren EU-Kollegen unter anderem höhere Tierarztkosten, höhere Reparaturkosten, aber auch höhere Entsorgungskosten. Weiters erforderlich sei, so Penz, eine Anpassung bei der Umsatzsteuer. So hätten die Preissenkungen für landwirtschaftliche Produkte mit dem EU-Beitritt 1995 zu einer Verminderung der Umsatzsteuererlöse geführt und den heimischen Bauern bislang jährliche Verluste in der Größenordnung von 1,7 Milliarden Schilling beschert. Penz: "Die in der Agenda geplanten Preissenkungen für landwirtschaftliche Produkte würden zusätzlich eine Verminderung der Umsatzsteuererlöse verursachen. Daraus würden sich für die Bauern Einbußen in der Höhe von weiteren 500 Millionen Schilling ergeben." Eine Anpassung des pauschalierten Steuersatzes von 10 auf 12 Prozent sei daher dringend notwendig, erklärte der NÖ Bauernbunddirektor.

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