AK Tumpel: Sicherheit der Patienten muß Vorrang haben

Blumau (OTS) - Als "unverantwortlich gegenüber den Patienten" bezeichnet AK Präsident Herbert Tumpel den für morgen, Mittwoch angekündigten "Ärztestreik". Die von den Ärztevertretern vorgebrachten "Anliegen" richteten sich um mehr Geld für nur
wenige niedergelassene Ärzte, sagt Tumpel. Es sei
unverantwortlich, wegen der Beseitigung überhöhter Tarife bei den Leistungen für Bauern und wegen der überhöhten Preise für Zahnkronen bundesweit die Kranken vor verschlossenen Ordinationstüren stehen zu lassen.****

Die Ärztekammer scheine den Zug der Zeit nicht erkannt zu haben, sagte Tumpel vor dem Vorstand der Bundesarbeitskammer. Ein
Beispiel dafür sei der anhaltende Widerstand der Ärztevertreter gegenüber einer Verbilligung bei Zahnkronen und festsitzenden Zahnersätzen. Angesichts der jüngsten Äußerung der Ärztekammer warnt Tumpel davor, die Verbilligung bei Zahnkronen schon als gegeben zu betrachten. Anläßlich ihres Aktionstages verlangten die Ärztevertreter nämlich in einem Inserat die Anhebung der Kassentarife, damit Privatleistungen billiger würden. Für Tumpel komme es keinesfalls in Frage, daß über höhere Kassenleistungen "Nobelgebisse für Nobelpatienten" subventioniert würden.

Zahnkronen seien schon längst eine medizinische Standardleistung. Es sei absolut unverständlich, warum diese Leistung nicht schon längst auch von den Kassenambulatorien erbracht werden kann. Für die Patienten brächte dies jedenfalls den Vorteil von mehr Wettbewerb und damit niedrigeren Preisen. Wenn Ärztevertreter in diesem Zusammenhang von "Verstaatlichung" sprächen, sei dies grotesk.

In einem der morgen, Mittwoch, tagenden Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer vorliegenden Antrag fordert die AK erneut eine deutliche Senkung der Preise und tritt dafür ein, daß auch Ambulatorien festsitzenden Zahnersatz anfertigen können.

Ähnliches gelte auch für die anderen Forderungen der Ärztekammer:
Sie wende sich gegen mehr Apotheken im ländlichen Raum, gegen den sinnvollen Umbau der Versicherung der Bauern - und damit gegen sinnvolle Anpassungen des Gesundheitssystems an die gesellschaftlichen Veränderungen. Der Aktionstag der Ärztekammer richte sich in erster Linie gegen die Aufgaben der sozialen Krankenversicherung, insbesondere werde dadurch die notwendige Unterstützung für sozial bedürftige Patienten in Frage gestellt.

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