Die öffentliche Apotheke verbessert die Nahversorgung

Fessl-GfK-Studie: 75 % der Landbevölkerung sehen Vorteile durch eine öffentliche Apotheke

Wien (OTS) - Die Nahversorgung der Bevölkerung wird durch eine öffentliche Apotheke verbessert. Das beweisen die tägliche Praxis, aber auch das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) vom vergangenen März. Daran erinnerte heute der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, bei einem Pressegespräch anläßlich der aktuellen Diskussion über die Versorung der Bevölkerung mit Medikamenten.

Das Fessl - GfK - Institut hat dazu im Mai in neun Salzburger Gemeinden bei 900 Personen eine repräsentative Befragung durchgeführt. Demnach sehen in Orten mit einer schon bestehenden öffentlichen Apotheke 75 % der Bevölkerung Vorteile durch die Apotheke. Besonders bemerkenswert ist, daß in Gemeinden, in denen die Eröffnung einer Apotheke, und damit die Schließung einer ärztlichen Hausapotheke bevorsteht, die Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 73 % die Eröffnung der Apotheke begrüßt.

Die Befragung zeigt, so Cabana, daß die Bevölkerung sehr gut über die Vorteile durch eine Apotheke informiert ist und insbesonders die Nahversorgung schätzt. Also solche Vorteile nennt Cabana insbesonders:

* Apotheken müssen laut Gesetz an sechs Tagen in der Woche geöffnet haben,

* Apotheken müssen 52 Wochen im Jahr geöffnet haben, sie dürfen also nicht wegen z.B. Urlaubs schließen,

* Apotheken bieten neben den klassischen Medikamenten auch homöopathische Arzneimittel, Kosmetika, Tees, Sonnenschutz etc. an,

* in der Apotheke gibt es einige tausend Präparate zur Auswahl, in der ärztlichen Hausapotheke hingegen nur einige hundert,

* nur Apotheken fertigen auch individuelle Medikamente (Salben, Tropfen) nach ärztlichem Rezept an (magistrale Rezeptur).

90 % der Bevölkerung beziehen Medikamente aus der öffentlichen Apotheke

Erfahrungen zeigen auch, so Cabana, daß die Bevölkerung die Selbstmedikation begrüßt um nicht immer die Ordination des Arztes aufsuchen zu müssen. Knapp 90 % der österreichischen Bevölkerung beziehen ihre Medikamente aus öffenltichen Apotheken und wisse diese umfassende Leistungen zu schätzen, sagt Cabana und erinnert in diesem Zusammenhang an das VfGH-Erkenntnis vom März, das die Hausapotheke als "Surrogat" bezeichnet und zur Selbstmedikation ausführt: "Die gewiß nicht zu vernachlässigende Beschaffung von apotheken- aber nicht rezeptpflichtigen Medikamenten, ist durch die ärztliche Hausapotheke, nicht möglich." (VfGH-Erkenntnis S.88/89)

Es bleiben 900 ärztliche Hausapotheken bestehen

Schon bisher mußte eine ärztliche Hausapotheke schließen, wenn im Umkreis von 4 Kilometern eine Apotheke gegründet wurde. Durch das Erkenntnis des VfGH wurde nun die Möglichkeit zur Eröffnung einer Apotheke liberalisiert. Demnach werden in den nächsten Jahren aufgrund des VfGH-Erkenntnisses, rund 50 ärztliche Hausapotheken schließen. Insgesamt bleiben aber österreichweit etwa 900 Hausapotheken bestehen.

Apotheker stellen in Notfällen Medikamente ans Krankenbett zu

Zur Sorge der Bevölkerung in Notfällen keine Medikamente mehr bis ans Krankenbett zugestellt zu bekommen, verspricht Cabana: "Wenn eine Mutter mit ihrem fiebernden Kind alleine zu Hause ist und sie das benötigte Medikament daher nicht selbst holen kann, stellen wir ebenso zu, wie für den alleinstehenden, gehunfähigen bzw. bettlägrigen Patienten. Diese Zustellung funktioniert auch jetzt schon in vielen Teilen Österreichs problemlos."

Apotheker lassen die Bevölkerung nicht alleine

Strikt spricht sich Cabana dagegen aus, Standesprobleme auf dem Rücken der Bevölkerung auszutragen. "Wir Apotheker werden das Vertrauen der Bevölkerung nicht enttäuschen", kündigt Cabana an. Der Apothekerpräsident verweist dabei auf §3 Abs. 5 Rezeptpflichtgesetz:
"In Notfällen ist die Abgabe von dringend benötigten Medikamenten auch ohne Rezept möglich. Sollten an einem Tag Ärzte nicht zur Verfügung stehen, werden wir Apotheker die Bevölkerung nicht alleine lassen. Wir sind für Notfälle gerüstet."

Rückfragen & Kontakt:

Österr. Apothekerkammer,
Tel.: 01-404 14/600

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