Bartenstein: Alter als dritten Lebensabschnitt aufwerten

1999 ist UN-Jahr der älteren Menschen

Wien (OTS) - Zu einer Neubewertung des Alters soll das Internationale Jahr der älteren Menschen 1999 beitragen. "Das
Alter ist als aktive Lebensphase gleichwertig allen anderen Lebensabschnitten", betonte Familienminister Dr. Martin
Bartenstein, dessen Ministerium die Federführung zu den Vorbereitungen des UN-Jahres übernommen hat, heute, Montag, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Österreich-Vertretern des Bundes der älteren Generation Europas (EURAG).

Im März hat sich unter Bartensteins Vorsitz ein Nationalkomitee mit Blickrichtung 1999 gegründet, dem Vertreter von Ministerien, Bundesländern, Senioren- und Jugendorganisationen, Medien, Kirchen und Wissenschaft angehören. In sieben Arbeitskreisen soll dieses Komitee die Grundlagen für ein längerfristiges seniorenpolitisches Programm ausarbeiten. 400 Personen haben sich bisher für die Mitarbeit angemeldet. Die sieben Arbeitskreise widmen sich
folgenden Themen:

Solidarität zwischen den Generationen
Für eine neue Kultur des Alterns
Gesund leben - gesund altern
Gesellschaftliche und politische Partizipation älterer Menschen Pflege und Betreuung im häuslichen und institutionellen Bereich Alter und Wohnen
Ältere Menschen und die Rechtsordnung

1999 wird in Österreich auch erstmals ein Seniorenbericht erstellt. Er soll auf wissenschaftlicher Basis die Lebenssituation älterer Menschen in Österreich darstellen. Beschrieben werden sollen unter anderem die Altersstruktur der älteren Menschen, ihre Lebenseinstellungen, Wohnsituation und Generationenbeziehungen,
die Themenfelder Betreuung, Gesundheit und Nachbarschaftshilfe, weiters Freizeitverhalten, Bildung, sowie gesellschaftliche und politische Partizipation.

Aufschlüsse über das Verhältnis zwischen den Generationen gibt eine Studie, die das Familienministerium in Auftrag gegeben hat. Unter anderem geht daraus hervor, daß die Kontakte zwischen der älteren Generation und den Jüngeren mit zunehmendem Alter ansteigt, vor allem bei Frauen. 64 % der über 80-jährigen sind in täglicher Verbindung mit ihrer Tochter oder Schwiegertochter. Ein Drittel der mittleren Generation hilft den Älteren bis zu zwei Stunden pro Woche. Umgekehrt erhalten 43 % der mittleren
Generation bis zu drei Stunden wöchentlich Hilfe von den Älteren. Beträchtlich sind auch die Geldflüsse zwischen den Generationen:
30 % der Älteren geben ihren Kindern oder Enkelkindern bis zu
5.000 Schilling jährlich, jeder Zehnte sogar mehr als 40.000 Schilling jährlich.

Die demographischen Prognosen für die Zukunft lassen das Altern zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema werden, zeigte sich Bartenstein überzeugt.

Derzeit ist jeder fünfte Österreich über 60, jeder siebente über 65 Jahre und jeder dreizehnte über 75 Jahre alt.

Im Jahr 2015 wird schon jeder Vierte über 60, jeder Fünfte über 65 und jeder Dreizehnte über 75 Jahre alt sein.

Für das Jahr 2050 sagen die Bevölkerungsprognosen voraus, daß jeder Dritte älter als 60, jeder Vierte älter als 65 und jeder Neunte älter als 80 Jahre sein wird.

Grund für diese Entwicklung ist die steigende Lebenserwartung. Ein heute 60-jähriger Mann kann weitere 19 Lebensjahre, eine heute 60-jährige Frau weitere 23 Lebensjahre erwarten.

Die Informationsreihe "Bewußt leben - gesund altern", die von der EURAG heute vorgestellt wurde, solle dazu beitragen, das Alter neu zu bewerten und die Angst vor der abschließenden Lebensphase
zu nehmen, wünscht sich Bartenstein. "Mehr als früher nutzen ältere Menschen diese Lebensphase, indem sie lange aufgeschobene Pläne verwirklichen oder sich aktiv für die Familie und die Gesellschaft einsetzen", betonte der Minister. Um die angestrebte Lebensqualität im Alter aber auch zu gewährleisten, müsse schon früher ein verstärktes Gesundheitsbewußtsein entwickelt werden. Durch körperliche und geistige Fitneß werde die Pflegebedürftigkeit weiter hinausgeschoben. Das Bewußtsein, daß man schon in jüngeren Jahren dazu beitragen kann, wie man das
Alter besser und gesünder verbringt, könne durch Maßnahmen wie jene der EURAG geschärft werden, so der Minister.

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