Eröffnung des Dollfuß-Museums in Texingtal

LH Pröll: Stätte für Begegnung, Dialog und Lernen

Niederösterreich (NLK) - Bei der heutigen Eröffnung des Dr. Engelbert Dollfuß-Museums in Texingtal nannte der Landeshauptmann dieses Ereignis einen historischen Tag für Niederösterreich und die Republik. Ab nun sei das Dollfuß-Geburtshaus eine Stätte der Begegnung für Niederösterreich und die österreichische Geschichte sowie ein wichtiges Signal innezuhalten, wo wir heute stehen und warum wir dort stehen. Das Dollfuß-Museum reihe sich damit in die Gedenkstätten für große NÖ Politiker wie Figl und Renner, wobei hoffentlich eines Tages auch ein Raab-Museum dazukomme. ****

Dollfuß sei eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte mit Attributen vom "Milli-Metternich" über "Arbeitermörder" bis "Heldenkanzler". Es sei aber nicht Aufgabe der Geschichte, historische Personen aus heutiger Sicht zu glorifizieren oder zu verdammen. Auch das Dollfuß-Museum werte nicht, sondern biete ein objektives Bild auf wissenschaftlicher Basis. Dollfuß sei zwar kein Demokrat aus heutiger Sicht gewesen, aber sicher kein faschistischer Diktator, sondern unbestritten ein großer und mutiger Patriot im verzweifelten Abwehrkampf gegen den Naitonalsozialismus. Die Tragödie des Jahres 1934 habe auch dazu geführt, daß die Leistungen des Agrarpolitikers Dollfuß zuwenig Beachtung finden, der bei den Genossenschaften und beim Sozialversicherungswesen wichtige Schritte in die richtige Richtung unternommen habe.

Wenn wir heute in einem demokratischen Österreich leben, geprägt vom Willen zur Zusammenarbeit, von Wohlstand und Sicherheit sowie Demokratie und Toleranz, hätten wir auch die Verpflichtung, das Gelernte den nächsten Generationen weiterzugeben, daß das, was in den schwierigsten Stunden der Heimat passiert ist, nie wieder passiert. In diesem Sinne möge das Dollfuß-Museum eine Stätte für Dialog, Lernen und Begegnung, für ein auf ewige Zeiten friedliches Europa sein. "Möge in dieser Heimat nie mehr jemand mit der Waffe in der Hand auf einen anderen losgehen", schloß der Landeshauptmann.

Das Museum ist im Geburtshaus eingerichtet, das bis vor ca. 15 Jahren noch bewohnt war und im Originalzustand erhalten ist. Gezeigt werden in fünf Räumen mehr als 60 Ausstellungsstücke und über 200 Fotos mit erläuternden Texten. Öffnungszeiten: 1. Mai bis 26. Oktober jeden Sonntag 14.00 bis 17.00 Uhr, Voranmeldungen für Besichtigungen außerhalb der Öffnungszeiten unter Tel. 02755/7228.

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