AK: Unternehmenssteuern auf niedrigem Niveau - faires Abgabensystem gefordert

Steuerreform 2000 muß fairen Ausgleich schaffen

Wien (OTS) - Österreich hat die europaweit geringste
Besteuerung auf Gewinne, Kapitaleinkünfte sind nicht einmal halb
so stark besteuert wie Löhne und Gehälter - und die Unternehmen zahlen nicht einmal 20 Prozent ihrer Ertragskraft an Körperschaftssteuern. Das zeigt eine Analyse der Bilanzen von 286 österreichischen Unternehmen durch die AK Steuerexperten. Daher fordere die AK im Zuge der Steuerreform 2000 einen fairen
Ausgleich, erklärt der Leiter des AK Wirtschaftsbereiches, Werner Muhm. Die Steuerreform müsse eine Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen bringen. Für die Wirtschaftsforderungen nach einer weiteren Entlastung der Unternehmen gebe es nicht nur keinen Spielraum, sondern auch keine Notwendigkeit, so Muhm. ****

Die AK Steuerexperten haben eine Faktenanalyse der Steuerquoten
von 286 Gewinne machenden Unternehmen durchgeführt und dabei das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) herangezogen, da dies die Maßzahl für die Ertragskraft eines Unternehmens ist. Das ernüchternde Resultat: Im Schnitt der Jahre 1994 und 1995 flossen lediglich 19 Prozent Körperschaftsteuern anstatt 34
Prozent in den Steuertopf.

Diese Berechnungen decken sich mit einer Analyse der OECD, nach
der Österreich europaweit die geringste Gewinnsteuerbelastung hat. Die Kapitaleinkünfte (20 Prozent) sind laut OECD nicht einmal halb so stark besteuert wie Löhne und Gehälter (43 Prozent).

Der Anteil der Körperschaftsteuer am EGT betrug 1994 18,6 Prozent und 1995 18,4 Prozent. Lediglich 1996 stieg die Quote auf 28,3 Prozent, was vor allem auf das befristete Aussetzen des Verlustvortrages zurückzuführen sei. Für 1998 wird die Steuerquote wieder auf das vorherige Niveau sinken, weil Verlustvorträge in
den Bilanzen wieder geltend gemacht werden können. Laut AK-
Analyse zahlen die meisten Unternehmen sogar noch wesentlich
weniger als der errechnete Durchschnitt von rund 19 Prozent.

Bei der Steuerreform im Jahr 2000 muß ein Schritt in Richtung
Abbau der Verzerrung der Abgabenbelastung gesetzt werden. "Eine spürbare Entlastung bei der Lohnsteuer kleiner und mittlerer Einkommen ist unumgänglich", fordert Muhm. Für Wünsche nach noch mehr Steuerentlastung der Unternehmen gebe es weder eine Notwendigkeit noch einen Spielraum. Für Gerechtigkeit und gleichmäßige Verteilung der Abgabenlast zwischen den Einkommen zu sorgen, ist eine Aufgabe des Steuersystems und damit des Finanzministers. Die Steuerreform im Jahr 2000 müsse als Gelegenheit zu einem fairen Ausgleich gesehen werden, betont
Muhm..

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