Gentechnik - Chancen und Risiken

Wien (OTS) - Als Teil einer breit angelegten Informationskampagne zum Thema "Gentechnik _ Pro und Contra_ informiert zur Zeit eine Ausstellung auf dem Wiener Messegelände auch über den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Zu diesem Thema betonte EU-Kommissar Franz Fischler die Notwendigkeit, eine offene Diskussion über den Umgang mit der Gentechnik zu führen, da sie unzweifelhaftim Vormarsch sei: "Es geht darum, ohne Polemik den Informationsstand der Bevölkerung zu erhöhen und einen Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Konsumentenund Industrie herzustellen. Diese Ausstellung ist eine wichtige Initiative, um dieses Ziel zu erreichen."

Fischler unterstrich, daß die Gentechnik Chancen, aber auch einige Risiken mit sich bringe. Er warnte vor einem allgemeinen Wissenschaftsskeptizismus, der sich im deutschsprachigen Raum breitgemacht habe und weit über die berechtigte Forderung nach höchstmöglicher Sicherheit, Transparenz und Einhaltung ethischer Grenzen hinausgehe.

Eine Diskussion nach dem Muster "gentechnikfrei ist gut - Gentechnik ist böse" hält der Kommissar nicht nur für vereinfachend, sondern auch für gefährlich. Auf diese Weise würde nicht nur die sinnvolle Anwendung dieser Technologie in Frage gestellt, sondern auch scharenweise Wissenschaftler und Know-how aus Europa vertrieben - mit allen negativen Konsequenzen für den Arbeitsmarkt und den Forschungsstandort Europa.

Fischler sprach sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik aus. Die EU-Kommission stütze sich bei ihrem Vorschlag zur Revision der Zulassungsrichtlinie für GMOs, die in der Umwelt freigesetzt werden (RL 90/220) auf das Prinzip einer strengen wissenschaftlichen Prüfung bei der Zulassung, die ausschließlich zeitbefristet erteilt werde. "Zusätzlich wird ein verpflichtetes Monitoring vorgeschrieben, um allfällige Umweltauswirkungen der genmodifizierten Organismen zu verfolgen.", so Fischler.

Im organischen Landbau, so Fischler weiter, sollte die Verwendung von GMOs aber verboten werden: "Das entspricht nicht den Wünschen der Verbraucher. Deswegen haben wir dem Ministerrat einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt." Den Kommissionsvorschlag für die Regelung über die Zulassung von genmodifizierten Futtermittel ('Novel Feed') kündigte der Agrarkommissar noch vor der Sommerpause an.

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