Größte Hypertonie-Intervention aller Zeiten schafft Sicherheit bei Bluthochdruckbehandlung

Studie empfiehlt gesicherten Blutdruckreferenzwert. Acetylsalizylsäure verringert Herzinfarktrisiko. ASTRA unterstützt in Österreich die Blutdruckselbstmessung

Wien (OTS) - HOT (Hypertension Optimal Treatment) ist die größte Studie, die jemals auf dem Gebiet des Bluthochdrucks durchgeführt wurde. Sechs Jahre Forschung, in denen 19.000 Patienten in 28 Ländern mit einem blutdrucksenkenden Mittel auf Plendilâ (Felodipin)-Basis behandelt wurden, gaben die Antwort auf eine der wichtigsten Fragen in der Kardiovaskulär-Medizin: Was ist der optimale Blutdruck, um das Risiko von Erkrankungen und Todesfällen bei Patienten mit Bluthochdruck zu verringern? Die in Kürze in der renommierten Lancet veröffentlichten Ergebnisse zeigen, daß eine intensive Behandlung von Hypertonie besonders wirksam bei der Verhinderung von Herzinfarkten und Schlaganfällen wirkt und gut vertragen wird.

Die von der Internationalen Gesellschaft für Hypertonie durchgeführte und vom Pharmaunternehmen ASTRA unterstützte Studie definiert einen optimalen Zielwert des diastoöischen Blutdrucks von 85 mm Hg. "Dieser Wert ist mit modernen blutdrucksenkenden Mitteln zu erzielen. Er schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen und verbessert die Lebensqualität", sagte der Studienleiter Prof. Lennart Hansson, Institut für öffentliche Gesundheit und Sozialwissenschaften an der Universität Uppsala, anläßlich der Präsentation der Studienergebnisse, Dienstag in Amsterdam. "Bei Patienten, deren diastolischer Blutdruck von einem durchschnittlichen Ausgangswert von 105 mm Hg auf 85 mm Hg reduziert wurde, verringerte sich das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls um 30 %", so Prof. Hansson.

Laut Schätzungen leiden auf der Welt etwa 691 Millionen Menschen an Hypertonie. 2,9 Millionen Todesfälle pro Jahr sind direkt auf diese Krankheit zurückzuführen. "In Österreich gibt es schätzungsweise1,6 Millionen Hypertoniker. Rund 0,3 % davon beteiligten sich an der Studie", berichtete der österreichische HOT-Studienleiter Prof. Falko Skrabal von der Abteilung für Akute Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz.

Patienten mit Diabetes und Hypertonie, bei denen Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache sind, haben besonders gut auf die Behandlung angesprochen. Die Häufigkeit von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen konnte mit einer optimalen Kontrolle des Blutdrucks auf die Hälfte reduziert werden. Für die Ärzte lieferten die Ergebnisse die Gewißheit, daß bei der Mehrzahl der Patienten, die in einer Arztpraxis oder in einer Ambulanz behandelt werden, nahezu eine Normalisierung des Blutdrucks zu erreichen ist. Es konnte bei der HOT-Studie eine deutliche Senkung des Blutdrucks - nämlich 28 mm Hg für den systolischen Wert und 22 mm Hg für den diastolischen Wert erzielt werden.

Die Patienten, die an der HOT-Studie teilnahmen, wurden in einer von drei Zielgruppen behandelt. Die Therapie basierte auf dem lang wirksamen Kalzium-Antagonisten Plendilâ. Angestrebt wurde ein diastolischer Blutdruckwert von £ 90 mm Hg, £ 85 mm Hg oder £ 80 mm Hg zu erzielen. Je nach der individuellen Blutdruckwertsenkung wurden zusätzliche Medikamente in unterschiedlichen Dosierungen in vier weiteren Schritten angewendet. Am Ende der Studie erhielten 78 % der Patienten nach wie vor die Basisbehandlung mit Plendilâ. Die ausgezeichnete Verträglichkeitder Behandlung führte zu einer hohen Akzeptanz.

Die HOT-Studie hat zusätzlich gezeigt, daß eine kleine Dosis von Acetylsalizylsäure (ASS) das Risiko eines Herzinfarkts um 36 % im Vergleich zu Placebo verringert hat. 1,5 Herzinfarkte pro 1000 behandelten Patienten konnten pro Jahr zusätzlich verhindert werden, ASS zeigte keine signifikanten Auswirkungen auf das Risiko eines Schlaganfalls.

Ein weiterer Aspekt einer Zusatz-Studie war die Validierung der Blutdruck-Selbstmessung. Die Qualität der Selbstmessung ist gerade nach dieser Studie nicht mehr anzuzweifeln. Die Österreich-Tochter von ASTRA bietet deshalb seit einiger Zeit 1000 automatische Blutdruckmeßgeräte an, die durch niedergelassene Ärzte an Patienten verleihen werden können. Die Selbstmeßgeräte speichern automatisch die Werte, die der Arzt anschließend mit einer beigestellten Software online auswerten kann.

Mit diesem Beitrag versucht ASTRA einer doppelten Problemstellung beizukommen: Einzelwerte sind in der Praxis wenig aussagekräftig, zudem verfälscht der oft zitierte"Weißkittel-Effekt" die Messung.

"Mit der geplanten Blutdruck-Selbstmessung wird einerseits den Ärzten eine bessere Diagnose und Therapiebeurteilung ermöglicht, andererseits wird damit das Krankheitsbewußtsein und die Therapietreue der Patienten gefördert," beschreibt Robert Palmetshofer, Leiter der Herz-Kreislauf-Abteilung der Firma ASTRA, die Ziele der Aktion.

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Robert Palmetshofer
Herz-Kreislauf-Abteilung
Tel.: 0732/66 72 31-0

ASTRA Austria, Linz

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