Die Wiener Buchbinder feiern 450-Jahr-Jubiläum

Großes Festprogramm mit Lehrlings- und Buchbinder-Wettbwerb - Zahl der Mitglieder noch knapp über der "Hundertergrenze"

Wien (PWK) - Die Wiener Buchbinder feiern in diesen Tagen mit
einem großen Festprogramm das 450-Jahr-Jubiäum ihrer Berufsvertretung. Vom 11. bis 14. Juni geht in Wien der Bundestag des österreichischen Buchbindergewerbes über die Bühne. Auf dem Programm stehen u.a. eine Festveranstaltung im Wappensaal des Rathauses, die Preisverleihung des Bundeslehrlingswettbewerbes 1998 der Buchbinder sowie die Preisverleihung des "Internationalen Wettbewerbs für Buchbinder", der aus Anlaß des Jubiläums ausgeschrieben wurde. ****

Die Preisverleihung im Lehrlingswettbewerb der Buchbinder, einem mittlerweile fast "exotischen" Lehrberuf, findet heute, Freitag, im Rahmen eines Empfanges durch Bürgermeister Michael Häupl statt. Die Preise für den Buchbinder-Wettbewerb werden, ebenfalls heute, um 15.00 Uhr im Prunksaal der Nationalbibliothek vergeben. Die Verleihung wird von Bundesinnungsmeister Fritz Schwab und dem Organisator des Wettbewerbs, Kurt Loy, vorgenommen. Das für den Wettbewerb zu bindende Buch ist ein Nachdruck des Ehrenbuches der Landesinnung Wien, das Thema für die Einbandgestaltung lautete "450 Jahre Buchbinderinnung Wien".

Wie Schwab aus Anlaß des 450jährigen Bestandsjubiläums in einem historischen Rückblick feststellt, läßt sich der älteste namentlich bekannte Buchbinder Wiens, "Hermann der Buchbinder", auf das Jahr 1302 zurückführen. Den ersten Aufschwung erlebten die Buchbinder mit der Gründung der Wiener Universität im Jahre 1364. Mit der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg im Jahre 1455 kam jedoch plötzlich ganz neues Leben in die Anfertigung von Büchern. Die Zahl der Bücher nahm schlagartig zu, mit der beginnenden Massenherstellung begann auch der Aufstieg des Buchbindergewerbes. 1548 legten die Meister ihre selbst ausgearbeiteten Zunftartikel dem Stadtrat vor:
die heutige Innung war geboren.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Kaiserstadt Wien in vielfacher Hinsicht europaweit führend. Wie die gesamten Künste in der untergehenden Habsburgermonarchie eine ungeahnte Blüte erlebten, so zeichnete sich auch das heimische Buchbindergewerbe durch großen Ideenreichtum und Üppigkeit bei den verwendeten Materialien aus.

In der Landesinnung Wien der Buchbinder sind derzeit u.a. die Berufsgruppen der Buchbinder, Kartonagewarenerzeuger, Etui- und Kassettenerzeuger, Papierwarenerzeuger und Präger vertreten. In den letzten Jahrzehnten verzeichnete die Innung einen starken Mitgliederschwund. Derzeit liegt die Zahl der Mitgliedsbetriebe mit 108 Unternehmen noch knapp über der magischen "Hundertergrenze".

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Bundesinnung der Buchbinder

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