AUVA-Generaldirektor Wilhelm Thiel zu Diskussionen der Wirtschaftskammer Kärnten: "Polemik zur Unzeit!"

Soziale Unfallversicherung günstiger als Privatversicherer

Wien (OTS) - Als "Polemik zur Unzeit" bezeichnete der Generaldirektor der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Wilhelm Thiel, Forderungen der Kärntner Wirtschaftskammer. So hatte deren jüngste Vollversammlung beschlossen, eine Studie in Auftrag zu geben, die ermitteln soll, ob private Unfallversicherer günstigere Beitragssätze als die derzeitige gesetzliche Unfallversicherung (AUVA) bieten können.++++

Generaldirektor Wilhelm Thiel: "Die Wirtschaftskammer Kärnten könnte sich derartige Studien ersparen, und stattdessen die Erhebungen der Internationalen Arbeitsunfallversicherungsorganisation über Kosten privater und öffentlicher Unfallversicherer studieren. Daraus geht nämlich deutlich hervor, daß es keine günstigere Versicherung als die Sozialversicherung gibt." Thiel verweist die Wirtschaftskämmerer auch auf Schweizer Verhältnisse: "Dort existieren zwei Systeme - soziale und private Unfallversicherung -nebeneinander. Die Verwaltungskosten der Privatversicherer in der Schweiz sind doppelt so hoch wie die der Sozialversicherung. Liegt in der sozialen Schweizer Unfallversicherung der Verwaltungsaufwand bei 11 Prozent, sind es im privaten Sektor 22 Prozent. Das führt sogar soweit, daß Beitragszuschläge als Ausgleich für die Privaten abverlangt werden müssen!"

Thiel: "Ich frage mich, wie weit die Kärntner Wirtschaftskammerfunktionäre wirklich die Interessen ihrer Mitglieder vertreten, wenn sie die Effizienz und Kompetenz der sozialen Unfallversicherung in Frage stellen. Immerhin wird die AUVA ab dem kommenden Jahr im Auftrag der Sozialpartner mit der - gesetzlich verankerten - Betreuung der Klein- und Mittelbetriebe Österreichs im sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Bereich beginnen. Diese Betreuung wird, dank Knowhow und bestehenden Strukturen der sozialen Unfallversicherung für die 250.000 betroffenen Betriebe kostenlos sein. Es spricht nicht gerade von Weitblick, angesichts dieser Leistungen, die den Klein- und Mittelbetrieben tausende Schilling pro Jahr ersparen werden, die Demolierung der AUVA zu versuchen!"

Außerdem sei es traurig, daß die Unternehmervertreter offensichtlich die ausschließlich von der sozialen Unfallversicherung geleistete bisherige Präventionsarbeit nicht anerkennen, erklärte Thiel. So könne dank intensiver Beratungs-und Aufklärungsarbeit ein Rückgang der Arbeitsunfälle im Bundesland Kärnten von 13 Prozent in den Jahren 1996 zu 1997 registriert werden. "Gerade Wirtschaftsvertreter müßten wissen, daß jeder eingesparte Krankenstandstag kostenentlastende Effekte auch für die einzelnen Unternehmen bringen!" Zur Kritik der Wirtschaftskammer Kärnten am Umbau des Unfallkrankenhauses Klagenfurt erklärte der AUVA-Generaldirektor, daß dieses Bauvorhaben einvernehmlich mit der Stadtverwaltung und den Landespolitikern durchgeführt werde. "Es geht ja nicht darum, Kapazitäten zu erweitern, sondern die Qualität der medizinischen und pflegerischen Betreuung der Patienten zu verbessern", weist Thiel die Polemik der Wirtschaftskämmerer zurück. (Schluß)

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