Kommissar Fischler: "Abschied vom agrimonetären System Quantensprungzur Vereinfachung"

Wien (OTS) - Als "Quantensprung zur Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik." bezeichnete Kommissar Franz Fischler den heute beschlossenen Kommissionsvorschlag, das "agrimonetäre System" und den "grünen Kurs" mit der Einführung des Euro am 1.1.1999 abzuschaffen. Die Agrarpolitik wird dadurch transparenter, marktnäher und auch billiger. Für die österreichischen Bauern bringt die Umstellung einen günstigen Nebeneffekt: Die Arithmetik der Umrechnung wird ihnen 1999 eine Beihilfenerhöhung in zweistelliger Millionenhöhe bescheren.

"Sowohl der Verwaltung als auch den Bauern wird die Abschaffung des agrimonetären Systems einiges an Kosten und Mühen ersparen", meinte Kommissar Fischler. Die "grünen Kurse" gehören nicht nur für die elf Euro-Staaten sondern auch für die Staaten, die der Währungsunion vorerst nicht beitreten, der Vergangenheit an. Die Bauern Großbritanniens, Dänemarks, Schwedens und Griechenlands werden mit Ausgleichszahlungen vor den Einkommenseffekten von Aufwertungen geschützt. Eine "Miniversion" des agrimonetären Systems zwischen "ins und pre-ins" wird es nicht geben.

Das "Grüne Geld" - im Fachjargon "agrimonetäres Wechselkurssystem" genannt - diente bisher dazu, die Schwankungen der Währungen der EU-Staaten für den Agrarbereich auszugleichen. Eine Aufwertung von DM und Schilling gegenüber dem Ecu hatte für den heimischen Bauern bisher den Effekt, daß Beihilfen aus Brüssel in seiner Währung plötzlich sanken. Deshalb wurden Preise und Beihilfen im Landwirtschaftssektor mit einer eigenen Agrarwährung, dem "grünen Kurs" verrechnet, der das Agrarsystem von den Kursen der Devisenmärkte abkoppelte. "Allein der Ausgleich zwischen schwankenden Währungen mit dem "agrimonetären System" kostete der EU zuletzt bis zu 1.5 Milliarden ECU jährlich. Nach drei größeren Reformen ist das System höchst kompliziert und intransparent geworden.", so Fischler

Ab 1999 müssen Preise und Beihilfen in den elf Euro-Staaten nicht mehr in nationale Währungen umgerechnet werden. Damit entfallen Schwankungen der Einkommen der Beihilfenbezieher und auch die Notwendigkeit eines ausgleichenden Systems. Wenn am 1.1.1999 schließlich die Zahlungen in Landeswährungen auf Euro umgestellt werden, dann müssen die Abstände zwischen den Landeswährungen und den geltenden grünen Kurse beseitigt werden. Dabei könnten sich für die Erzeuger in einigen Mitgliedsstaaten gezahlten Preise und direkten Beihilfen verringern. Deshalb werden auch für diese Einkommenseinbußen Ausgleichsbeihilfen eingeführt.

Allgemein wird erwartet, daß die die Landwirte durch die bessere internationale Vergleichbarkeit der Agrarpreise in Euro einem stärkeren Wettbewerb ausgesetzt werden. Umgekehrt können aber auch die Bauern beim Einkauf ihrer Betriebsmittel Preisvorteile besser nutzen. Zusammen sollte die erhöhte Markttransparenz einen positiven Effekt auf die Verbraucherpreise ergeben. Den österreichischen Bauern wird der Abschied von den grünen Kursen zusätzlich versüßt, weil der grüne ECU-Kurs derzeit schlechter zum Schilling steht, als der erwartete Euro-Kurs. Deshalb werden die Beihilfen aus Brüssel nach der Umstellung in den Taschen der österreichischen Bauern mehr wert sein.

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